Mittwoch, 31. Dezember 2008

Statistik

Zum Jahresende ein klein wenig Statistik:

Beiträge im Jar 2008: 126
Besucher im Jahr 2008: Viele
Nervigster Besucher: Dr. Nörgeler
Top Suchwort: Christian Walliker, unddachs
Von Autoren bereiste Destinationen: Mali, Burkina Faso, Marokko, Frankreich, Guatemala, Nicaragua, Honduras, Costa Rica, Panama, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Deutschland, Finnland, Schweden, Italien.
Veranstalte Wahlen: 2
Gewählte Organe: Der Bundesrat und der amerikanische Präsident
Abgeschlossene Doktorarbeiten: 0
Veröffentlichte CD's: 1
Gezeugte Kinder: wahrscheinlich 0

Wir hoffen Sie auch im nächsten Jahr wieder als Leser begrüssen zu dürfen. Wir haben ein interessantes Programm zusammengestellt mit Berichten vom Austauschsemster Ogangas in Uganda, der Bachelorarbeit Gerhards in der Cote d'Ivoire, dem Erreichen des Bacheloarabschlusses verschiedener Exponenten, der unddachs Hymnen vol.IV ausserdem Kommentare zum Double von YB, zum Aufstieg von Andy Brechbühl mit seinem Atletcio Patchanka, zum Rücktritt von Couchepin vom Bundesrat und der Wahl Ruth Metzlers in den Bundesrat, zum Abschluss der WTO-Verhandlungen, zur Hochzeit von Bianca Gubser mit Thomas Hirschhorn, zur Rettungs des Bundes durch den Blick am Abend, zum Verschwinden von .ch, zum Ableben von Facebook wegen Datenschutz Problemen, zur Geburt eines Elefantenbabys im Zoo von Köln und viele mehr!

Sonntag, 28. Dezember 2008

Mein 2008 (II)

Neujahr im traumhaften Emmental/Lernen bis zum Umfallen und das erste Mal ein Blackout während einer Prüfung/ Dank Mathematik trotzdem durchgewurtschtelt/ Besuch aus Uruguay/ Das 4.Semester und der eigentliche Beginn des Agronomiestudiums/ Wiedersehen mit Sarah/ Langlaufen im Engadin/ Freeriden in Grindelwald/ Wiedersehen mit dem Meer in Frankreich und gefühlte Freiheit bei Sonnenuntergang, Bier und Moby/Nahrungsmittelkrise und meine Studieninhalte sind in aller Munde/ YB wird fast Meister/ Trennung/ eine neue Arbeit als Hilfsassistent/ eine EM mit Grossleinwand zu Hause, entsprechend viel Besuch, orangen Nächten in Bern/ kleine Ernüchterungen in Brienz/ das letzte Mal ernsthaft Lernen für Sessionsprüfungen/ zwei neue Mitbewohnerinnen/ Milchpreis-Studie für die Migros/ Abstürzen im Val Lumnezia/ Wandern in Lappland, nicht zum letzten Mal/ Ich spreche kein Finnisch/ Wiedersehen mit Saara (ohne h)/ - / das lockere 5.Semester ist gar nicht so locker/ Viel Arbeiten/ Viele Pläne schmieden für das Zwischenjahr/ Brüssel; wie früher/ Bachelorarbeit in der Elfenbeinküsten wird Realität und damit einiges an Arbeit/ es ist nicht sauberer geworden mit den Mitbewohnerinnen/ Symposien sind für Selbstdarsteller/ Simon kommt zurück/ Fabian kommt zurück/ Alte Liebe rostet nicht// 2008 ist auch Boys on Pills, Beach House, The Notwist, Husky Rescue, Züri West, Kings of Leon, Sophie Hunger. Paul Collier (The bottom billion), Tim Krohn (Quartemberkinder und Vrenelis Gärtli), John Fitzgerald (The great gatsby), Peter Stamm (immer wieder), Haruki Murakami (Naokos Lächeln)//

Freitag, 26. Dezember 2008

Mein 2008


Ahorn-Ferien / Bamako-Blues / Ségou / eine Niger-Odyssee nach Timbuktu / Vitamin B-Komplex / Meilleure Santé / Pak / Esel statt Kamel / Guides, immer und überall / Casablanca / Kommunitarismus, afrikanische Fussballsoziologie, Nation-Building im Kongo und 47 ECTS-Punkte / das obligate Bier mit No / Tenero-Trainingslager / Autoprüfung / ein Osterausflug in die Camargue / Fussball jenseits der (persönlichen) Idealform, baldiger Abschied vom Froni / WTO-Besuch / Tennis im Irchel / Angst und Schrecken während der viel zu frühen Mancun-Wanderung / eine EM im eigenen Land / Wegzug Rebhüsliweg / ATD Quart Monde / Politique sociale de la Suisse / Chantier – Jugendlager / Ping-Pong / mühselige Wiederbelebung der Französischkenntnisse / Wanderung mit anschliessendem Bad im Lac de Gruyère / Aufbruch mit Moni und Knorrli / Köln –Aachen – Bxl – Brügge – Holland – Bxl / ein schwieriger Abschied / die Herausforderung des Unbekannten / Frontalunterricht / Joan – ein angenehmer colocataire / Besuch von Tanja, Brächi, Nils / Démocratie participative / langsam aufkommende Freude am Erasmus-Erlebnis / gewonnene Freundschaften, aus aller Welt / français courant – plus ou moins… / ULB und der gewonnene weitere akademische Horizont / Campus de la Plaine / Le Corbeau / Chimay Bleue / Obama - Yes, we can! / Fondueabend für 5 Nationalitäten / eine unfreiwillig lange Nacht in Amsterdam / unbeschwerte Spazierlaune mit Bernhard und Ma /Admission Letter aus Kampala / Rückkehr in die schneeweisse, bergige, saubere und kalte Schweiz / wachsende Vorfreude auf Uganda / Wertschätzung der stabilen Werte in einem sprunghaften Leben / omnipräsente Zukunftsvisionen / aber auch Freude am Heute, am sonnigen Tag, der allem ein goldenes Gewand verleiht.

2006 / 2007

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Jahresrückblick

Vor ziemlich genau einem Jahr geschrieben:

Die Vorlesung ist zu Ende. Der Notizblock ist voll. Mein Kopf leer. Alle verlassen den Saal. Ich bleibe sitzen. Heute ist etwas anders als sonst. Etwas regt sich. Es fühlt sich an, als erwache ich zögernd aus einem bleiernen Schlaf. Als hätte jemand das Licht angemacht. Wo bin ich? Wie bin ich hierher gekommen? Was ist geschehen?

(Wie lange habe ich geschlafen?)

Als hätte ich mich seit Jahren in keinem Spiegel mehr betrachtet, schrecke ich beim Anblick zurück. Das bin ich nicht. Das will ich nicht sein. Das kann ich nicht sein. Und ich bin es doch. Was ist geschehen?
Die Wahrheit ist schmerzhaft und erbarmungslos. Wie immer. Das ist ihre Aufgabe. Und heute halte ich ihr beide Wangen hin. Schlag mich, ich habe es verdient!
Irgendwo zwischen schweizerischen Zukunftsängsten und elterlichem Drängen habe ich meine Träume verraten. Doch meinem Umfeld die Schuld zu geben, reicht nicht mehr aus, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Das wäre allzu bequem. So leicht kann ich mir nicht entkommen. Nicht heute. Feigling, du bist umzingelt! Selbsttäuschung ist keine Cleverness sondern ein Bumerang. Und er findet mich überall. Früher oder später. Kein Weg führt an den Schlussfolgerungen des Lebens vorbei und es existiert keine Nebenstrasse für Schmerzempfindliche.

Ich gestehe. Ich bin ein schwacher Mensch. Einmal mehr habe ich den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Auf Kosten meiner selbst. Die Schuld wiegt schwer. Und gäbe es ein Gericht für Verbrechen an den eigenen Träumen, so verdiente ich die Höchststrafe. Lebenslange Reue.
Doch das Leben hat Erbarmen mit einsichtigen Dummköpfen wie mir. Ich werde auf Bewährung entlassen.
Es ist noch nicht zu spät. Die Vorkurs-Prüfungsaufgaben warten.

Ich habe zuviel zu sagen
um nur zuzuhören
zuviel niederzuschreiben
um nur zu lesen
zuviel Sehnsucht
um genügsam zu sein
zuviel Leben
um stillzusitzen
Zu viele Träume
um realistisch zu sein
zuviel Gegenwart
um an die Zukunft zu denken

zuviel Leidenschaft
um vernünftig zu sein

Schön auf ein Jahr zurückzublicken, in dem man die richtigen Entscheidungen getroffen hat.


Montag, 22. Dezember 2008

mit den besten wünschen für euch zu weihnachten, geburtstagen, ostern und neujahren verabschiede ich mich von der dachsmania.

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Zeit


Es gibt immer wieder Momente, in denen man sich so seine Gedanken macht, über die Zeit, oder über die Zeitachse. In Momenten vielleicht, in denen man hinausschaut, und merkt, wie schnell der Schnee gekommen ist und wieder geht, man sieht, wie die Blätter braun und gelb werden und von den Bäumen fallen, oder man feststellt, dass der Kaffee kalt geworden ist . Oder eben, wie bei mir, in Momenten, in denen das zweitletzte Semester zu Ende gegangen ist, und es darum geht, sich konkreter zu überlegen, wie es weiter gehen soll. Wo sich Angst mit Neugier,
und Wehmut mit dem Wunsch nach Veränderung mischen, man aber letzlich weiss, dass sie ohnehin nur eine Richtung hat, die Zeit. Manchmal wünscht man, sie anzuhalten, zu vergessen, zurückzudrehen oder auch vorwärts. Und dennoch gilt schliesslich, mit ihr zu gehen, nicht einfach so, nicht blind, aber so gut es geht, Schritt zu halten.



Montag, 15. Dezember 2008

Weihnachtswunsch

Hier im Voraus mein Weihnachtswunsch: Der Rücktritt folgender Staatsoberhäupter, spontan zusammengestellt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Robert Mugabe (Simbabwe)
Kim Jong-Ill (Nordkorea)
Hugo Chavez (Venezuela)
Idriss Deby (Tschad)
Omar Bongo Ondimba (Gabun)
Paul Biya (Kamerun)
Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (Äquatorialguinea)
Umar Hasan Ahmad al-Bashir (Sudan)
Tan Shwe (Myanmar)
Islam Karimow (Usbekistan)
Aljaksandr Ryhorawitsch Lukaschenka (Weissrussland)
Muammar al-Gaddafi (Lybien)
König Abdullah (Saudi-Arabien)
Seyyed Ali Chamenei (Iran)
Hu Jintao (China)
Gurbanguly Berdimuhammedow (Turkmenistan)
Isayas Afewerki (Eritrea)

Und das ist wohl nur die Spitze des Eisberges. Wen hab ich vergessen?

Mittwoch, 10. Dezember 2008


Endlich wieder einmal ein Bundesrat mit Humor.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Bruxelles IV - Das Dazwischen (II)

Nach der fotografischen Abbildung meines Uniweges in Zürich nun der Versuch desselben in Brüssel.
Folgend wie gewohnt einige Informationen für den interessierten Leser:
Fotografiert: heute Sonntag (sonst wär etwas mehr los auf den Strassen). Wetter: erster Sonnentag seit gefühlten 28 Jahren; denkt also nicht, es sähe hier immer so aus. Von mir normalerweise benutzte Fortbewegungsmittel: anfangs das Velo, jetzt immer zu Fuss, da das Velo einen Platten hat, ab und zu auch den Bus. Distanz: ca. 1,3 km. Benötigte Zeit zu Fuss: ca. 12-15 min. Zu überquerende Kreuzungen unterwegs: sieben. Auswahl an Läden, die passiert werden: Chicken Corner, 3 Kiosks, 2 chemische Reinigungen, 2 Copy-Shops, 1 Fritten-Bude, Colruyt (flämischer Billig-Supermarkt), Renault-Hauptvertretung in Belgien. Merkwürdigstes Ereignis bei der heutigen Fototour: ein stehender Hund auf einem Pferd auf der Strasse (siehe Bild).

Hier gehts zur gesamten Bildstrecke

Freitag, 5. Dezember 2008

Bruxelles III – L'auberge espagnole

Mit grossen Schritten neigt sich meine Zeit hier ihrem Ende zu. Es waren drei kurze Monate seit Mitte September, vollgepackt mit einer Fülle an Neueindrücken, Erlebnissen, Bekanntschaften und interessanten, unverhofften, immer jedoch lehrreichen Momenten. Ich hab Brüssel als neues Zuhause schätzen gelernt, hab einiges über Europa und seine Bewohner, über seine Besonderheiten und seine Vielfältigkeit, über Verbindendes genauso wie über Trennendes erfahren und miterleben dürfen. Erasmus… diese mit vielen teils richtigen, teils komplett verkehrten Vorurteilen behaftete Erfahrung hat mir neue Wege aufgezeigt, mich zum Denken angeregt, mich wiederum stärker verändert und geprägt, als ich dies zuvor erwartet hätte. Ich geniesse diese letzten Tage hier vor Weihnachten, im Wissen auch, dass die im Januar anstehenden Prüfungen weitere aufregenden Tage oder Nächte wohl kaum zulassen werden. Und irgendwie werde ich doch auch einiges vermissen, zuhause in der schönen, sauberen, kleinen Schweiz, wo viel Schönes auf mich wartet, unter anderem aber auch die etwas farblose alltägliche Normalität, mit der man sich hier weniger konfrontiert sieht. Die Abende, an denen wir zu fünft, zu sechst in eine der kleinen Bars Brüssels gehen, ein, zwei der grandiosen belgischen Biere trinken, auf Französisch über Dies und Jenes reden, uns trotz noch nicht ganz ausgereifter (und doch immer besser werdender) Sprachkenntnisse verstehen, einiges über Spanien, Italien, Deutschland, Korea oder Litauen erfahren, uns damit immer auch selbst begegnen und ganz in diesem speziellen Moment versinken, wohl etwas jugendlich naiv, träumerisch, hoffnungsvoll und voller Tatendrang. Und jeder trägt seine spezielle Geschichte mit sich, scheint offen, diese zu teilen, die Distanz zum Daheim schafft Freiräume für vieles, was Zuhause ungesagt bliebe. Offenheit - das war wohl mein grösster Lehrplätz hier. Die Fähigkeit, auf Leute zuzugehen, die Einsicht, dass die anfängliche Diskussion ums belgische Sauwetter nichts Schlechtes an sich hat. Die Suche nach Einsichten jenseits der Norm wird so etwas relativiert, das Normale, Bürgerliche verliert (teilweise) sein Schreckgewand.
So komm ich also mit einem Rucksack voller neuer Eindrücke, Bekanntschaften und einiger neuer Französischvokabeln zurück (am 18.12) und werde dann bald schon ein zweites Mal losziehen, in die andere Richtung. A rolling stone gathers no moss.

L’auberge espagnol ist einerseits ein französischer Film, der über das Leben eines Erasmusstudenten in Barcelona berichtet, andererseits eine franz. Redewendung, die wie folgt definiert wird: lieu où l'on doit amener ce dont on aura besoin.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Donnerstag, 27. November 2008

Tagesablauf

suchen, grübeln, umherschweifen, abschweifen, träumen, sinnen, durchforschen, beobachten, erkunden, wahrnehmen, erblicken, hinsehen, horchen, lauschen, entdecken, spüren, fühlen, reflektieren, fantasieren, studieren, rätseln, analysieren, überlegen, skizzieren, aufzeichnen, notieren, brainstormen, tüfteln, entwerfen, experimentieren, entwickeln, basteln, ausprobieren, definieren, artikulieren, erörtern, formulieren, fabulieren, auslegen, vergleichen, abwägen, selektieren, begrenzen, ergänzen, vertiefen, entwickeln, hinauszögern, zaudern, aufschieben, abwarten, ausweichen, zirkulieren, entscheiden, anfangen, zusammensuchen, besorgen, eilen, planen, organisieren, auftreiben, durchsuchen, durchforschen, durchstöbern, sammeln, anschaffen, zusammentragen, anordnen, gliedern, aufbauen, kratzen, scharren, formen, modellieren, kneten, bauen, errichten, verschieben, verbinden, befestigen, behängen, verzieren, dekorieren, konstruieren, zuschneiden, kleben, zeichnen, kritzeln, stricheln, malen, klecksen, pinseln, schmieren, einfärben, besprühen, vermischen, pfuschen, sudeln, unterbrechen, betrachten, überdenken, einschätzen, bewerten, kritisieren, verunsichern, verwirren, unterschätzen, abwerten, zögern, zagen, zweifeln, hinterfragen, stocken, verkrampfen, verfangen, erstarren, zurückschrecken, ernüchtern, resignieren, feststecken, aufgeben, verbittern, verzweifeln, zerknüllen, zerreissen, zerfetzen, zerschnipseln, zerlegen, zerstückeln, zerdrücken, zertrümmern, zertrampeln, zerschmettern, zermürben, zerquetschen, zerbröseln, ausschütten, wegwerfen, fluchen, schnauben, , toben, wettern, jammern, ringen, herumirren, innehalten, ruhen, durchatmen, abschütteln, aufrütteln, ermutigen, erfrischen, durchdenken, durchhalten, durchbeissen, aufblühen, erquicken, erstarken, befreien, fortfahren, überwinden, ändern, umstellen, übermalen, überkleben, verschieben, expandieren, verbessern, entwirren, ersetzen, erneuern, zusammenfügen, verknüpfen, improvisieren, wagen, riskieren, zulassen, entfalten, verwirklichen, durchsetzen, vorantasten, vorankommen, annähern, ergründen, überblicken, durchschauen, erkennen, erfassen, begreifen, realisieren, verstehen, finden.

Dienstag, 25. November 2008

Gestern

Es ist einer dieser Herbsttage, die ich allzu gut kenne, an denen ich durch die trostlose Stadt laufe, vorbei an den Orten, die mir so bekannt und doch nicht vertraut sind, vorbei an Plätzen, die ich mit irgendwelchen Erinnerungen verknüpfe, ziellos einen Schritt vor den anderen setzend, bis ich vor lauter Menschen nicht mehr vorwärts komme. Was macht man an einem Tag wie gestern, einem kalten, vom Zibelemärit kläglich unterstrichenen Tag, an dem sich der üble Geruch von Knoblauchbrot, Glühwein und Menschengedränge zu einem zerstörerischen Gift vermischt, bei dem man als einziges Ziel hat, so schnell wie möglich irgendwohin anders hin zu gehen, irgendwo hin, wo man freie Sicht hat, saubere Luft, Ruhe und Wärme, man aber nicht vorwärtskommt, weil da noch viele andere Menschen sind, die dableiben, den Weg versperren, einem mit dem Plastikhammer auf den Kopf hauen und das noch sehr lustig finden? Kopf runter, Hände in die Hosentaschen und weiter.
Ich empfinde ein beklemmendes Gefühl, selbst als ich den Kopf hebe und die grauen Wolken über mir einen kurzen Sonnenstrahl durchlassen. Without you, the blue sky is a waste of time, tönt es von coldplay. So ist es.
Die Frau neben mir beginnt zu weinen, der Mann hinter mir flucht und wettert, die Jungs vor mir betrinken sich, warum das weiss der Geier. Nur nicht hinsehen, hat mir alles egal zu sein. Ich scheine alle Leute um mich herum unglücklich zu machen. In Wirklichkeit bewirke ich aber gar nichts, stehe nur anderen im Weg, wie sie mir in dieser Menge an diesem Tag.
Ab nach Hause, Türe zu, Tee kochen, Bad einlassen und danach einen Film im Bett gucken. Ich gehe nirgendwo mehr hin.
So schnell kann man sich besser fühlen, obwohl man immer seltener glücklich ist, und das Gefühl, dass man sein Leben als elendiglich und beängstigend unberechenbar empfunden hat, verwandelt sich in eine angenehme Gleichgültigkeit, die aber (zum Glück?) bei mir nie lange anhält.
Ich schaue mir "Into the wild" an, so ein Sean Penn film. finde ihn weiss auch nicht wie, irgendwie blöd, aber in meinem Zustand wiederum zu ergreifend, um nicht weiter zu schauen. Da haut dieser Typ doch tatsächlich einfach ab, macht sich aus dem Staub, scheisst auf alles, lebt in Freuden und Leiden in der Wildnis, treibt sich mit Hippies und Nudisten rum, auf der Suche nach Selbsterkenntnis oder auf der Flucht vor sich selbst, während seine Familie zu Hause fast verreckt vor Angst um ihn. Da entschliesst er sich doch noch zurück zu gehen, mit der Aussicht auf eine Frau und Kinder, will sich der Gesellschaft und sich selber stellen, will wieder teilnehmen, sprechen, obwohl schweigen einfacher wäre, scheint glücklich zu sein bei dem Gedanken daran. Kaum zu glauben, dass er dann versehentlich eine giftige Beere isst an der er jämmerlich zu Grunde geht. Die letzten Worte, die er schreibt sind: "Happiness is only real, when it's shared."

Freitag, 21. November 2008

Wieso ist der Hugentobler Andi so gut im Hearts?

Ferdinand Gerhard beantwortet Fragen von Oganga und Beethoven. Die Antwort ist bisher natürlich nur indirekt beantwortet. Hint: Um obiges Fenster kopieren zu können, muss man einige Versuche machen.

Fragmente

Es war kalt in dieser Stadt. Zwar lag kein Schnee, häufig schien gar die Sonne, doch der kalte Wind drang durch die dicksten Mäntel. Die Menschen vermieden es, nach draussen zu gehen, sodass die Strassen merklich leer und farblos schienen. Der Übergang vom Herbst zum Winter, das fade Grau über den Strassen und die nachmittägliche Abenddämmerung verlieh der Stadt den Anschein des Vergänglichen und setzte sich gleichsam in den Gesichtern seiner Bewohner nieder, als leise, traurige Nachdenklichkeit. Am 11. November regnete es. Ich war spät aufgestanden, wie so oft, weil ich häufig bis zwei, drei Uhr wach blieb und las. Ich wusch mir das Gesicht, blickte in den Spiegel und sah, wie jeden Morgen, schrecklich aus. Ich bereitete mir mein Frühstück zu, schlug die Zeitung auf, las zwei, drei Artikel, setzte schliesslich Kaffee auf und blickte aus dem Fenster, wo die grünen Zweige der nahen Tanne dem Herbst trotzten, gerade so, als gäbs keine Jahreszeiten. Die Regentropfen an der Fensterscheibe zeichneten verworrene Linien. Es war windstill. Meine Pläne für den heutigen Tag beschränkten sich, ganz in studentischer Manier, aufs Lesen einiger Texte - eine Arbeit, die normalerweise kaum mehr als zwei, drei Stunden in Anspruch nimmt. Ich trank meinen Kaffee, ungezuckert, schwarz. Irgendwann werde ich sterben, dachte ich. Irgendwann ist hier, an jener Stelle, auf diesem Stuhl ein andrer. Ich kenne ihn nicht. Und er kennt mich nicht. Das Leben ist jetzt, dachte ich. Und es gibt nichts anderes.
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Als ich endlich raus war, nahm ich den nächsten Zug und fuhr aus der Stadt. Da, die ersten Ebenen, Felder, Wiesen und Wälder erblickend, schlief ich ein und erwachte erst Stunden später wieder, es war bereits dunkel. Ich trank und ass, stieg aus, suchte mir ein günstiges Hotel und beschloss, hier zu bleiben. Warum?
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Vieles beginnt, wenn es eigentlich bereits vorüber ist. Der Mensch als reaktives Wesen vermag es nicht anders, er ist nicht dazu geschaffen, sich selbstbestimmend den Weg zu weisen. Das führt, so glaube ich, ins Verderben, oder aber in die Kunst. Und natürlich zur Liebe. All dies sind nichts als Ahnungen, die langsam in mir wachsen, von Zweifel umgeben an manchen Tagen an Stärke und Festigkeit gewinnen, dann wieder blasser scheinen, teilweise fast vollständig auslöschen, nie aber ganz verschwinden. Wohin des Weges? In seiner universellen Bedeutungslosigkeit gefangen mache ich mich Stunde um Stunde neuerlich auf, diese Frage zu beantworten; im Wissen, dass ich scheitern, jämmerlich scheitern werde. Und im Wissen auch, dass dies Scheitern die eigentliche Notwendigkeit unsres Lebens, meiner und deiner Existenz ist.

Sonntag, 16. November 2008

Mein Sonntag

Ich mag den Herbst, zumindest heute. Und ich mag Sonntage, die ich mag, weil ich sie nämlich mehrheitlich nicht mag. Und ich mag das Emmental, und meinen Bruder, und das Nebelmeer und den Napf.

Samstag, 15. November 2008

Bruxelles II – Mein Samstag

Rituale sind die Stützräder einer funktionierenden Alltäglichkeit. Und Rituale sind wohl, so wage ich zu behaupten, gar die Garantie unsres Überlebens, kleine, identitätsstiftende Leitplanken und Wegweiser, die uns davor behüten, uns im Chaos des Nichts zu verlieren, aufzulösen.
Nun ja, diese einführenden Worte waren vielleicht etwas gar zu esoterisch-tiefenpsychologisch, um euch in mein relativ simples, aber mir wichtiges Samstagsritual in Brüssel einzuführen. Tant pis. Jedenfalls hat der Samstag also, wie übrigens auch in der Schweiz, eine besondere Bedeutung für mich hier in Belgien. Und er wird geprägt durch ein kleines, vielleicht typisch urbürgerliches Ritual, das diesem ersten Wochenendtag einen Rahmen gibt, den ich schätzen gelernt habe.
So steh ich also auf, vielleicht gegen zehn, elf Uhr und mach mir mein Frühstück, das meist aus den billigsten und daher nicht sonderlich schmackhaften Carrefour-Müsliflocken besteht. Hierbei hab ich mich stets äusserst ruhig zu verhalten, da mein Mitbewohner Joan, durchwegs ein Nachtgewächs, noch schläft und nicht den Anschein macht, als ob er vor 14 Uhr aufzustehen gedenke. Also bleib ich nicht allzu lange sitzen, hol Jacke und Schal und mach mich mit Nils‘ Drahtesel auf den Weg zu meinem Kiosk, der sich nördlich der Uni befindet und von einem gemütlichen, älteren Herrn mit Brille, Schnauz und Bierbauch betrieben wird. Hier gibt’s – was keine Selbstverständlichkeit ist etwas abseits des Stadtzentrums – die NZZ. Internationale Ausgabe, 2 Euro 40. Meist kauf ich mir zusätzlich noch ein Heftli oder eine Wochenzeitung (heute das „Jeune Afrique“) auf Französisch, stets mit den besten Vorsätzen, die ganzen Artikel aufmerksam zu lesen, Nicht-Verstandenes nachzuschlagen und sowieso: Gas zu geben, diese Sprache immer besser zu lernen. Meist bleibt es denn aber auch bei den guten Vorsätzen, einerseits, weil ich von der Qualität dieser Magazine mehrheitlich ziemlich enttäuscht werde, andererseits, weil ich meinem inneren Wesen nach gerade übers Wochenende nicht immer den Weg des grössten Widerstands suche und mir die französische Lektüre denn auch noch immer nicht so leicht gelingt, wie ich mir das wünschen würde.
Also mach ich mich mit der NZZ unter dem Arm auf zum Place Flagey, der im Herzen des Ixelles-Quartiers liegt und als Zentrum der alternativen Kultur Brüssels gilt. Hier gibt’s eine Menge kleiner, sympathischer Cafés, wovon ich mir eines aussuche, mich an einen grossen Tisch setze, einen Kaffee (hier ohne Milch, das scheints in Belgien so nicht zu geben) bestelle und mich, angefangen mit dem samstäglichen Hauptkommentar auf Seite 1, in die Lektüre stürze. Ich mag die NZZ, das alte Mütterchen. Am liebsten sind mir der erste Teil – „International“ – und der letzte – das „Feuilleton“ mit der samstäglichen Beilage „Literatur und Kunst“. Ich lese lange und intensiv, lasse kaum einen Artikel aus und erfreue mich der unprätentiösen Sachlichkeit der NZZ, die ich andernorts meist vermisse. Nach dem zweiten Kaffee und der abschliessenden Lektüre des Sportteils mach ich mich schliesslich auf Richtung Mittagessen. Hierfür gibt’s auf dem Flagey an sich nur eine in Erwägung zu ziehende Option: Pommes – des frites. Es seien, so haben mir alle mir bekannten Belgier hier versichert, die besten Frites der Stadt und damit die besten Frites… der Welt. Schliesslich haben die Belgier diesen berühmten Kartoffelsnack erfunden und sind ganz offensichtlich und zu Recht stolz darauf. Die Besten der Besten – auch hierüber liess ich mich gehörig belehren - gibt’s wiederum beim Frittenstand gleich nahe des Teiches, vor dem immer eine Menge Leute warten (Bild). Dieser „Demirov Brüssels“ macht, so glaube ich, ein Bombengeschäft. Ich jedenfalls steh jeweils auch geduldig an und bestell mir ein Cornet des Frites mit Ketchup für 2 Euro 50. Es schmeckt. Alle paar Wochen findet nebstdem ein Flohmarkt in der Umgebung statt, über den ich sodann gemütlich schlendere und auf dem ich immerhin schon mein Nachttischlämpchen für einen Euro erwerben konnte. Am frühen Nachmittag schliesslich gehts nach Hause, wo Joan grad aufgestanden ist. Ich sitze sodann in unsrem Zimmer, sehe nach draussen und erfreue mich des freien Nachmittags und der Möglichkeiten, die da vor mir liegen. Ich mag den Samstag, ich mag dieses Ritual und ich mag dies kleine Fenster in die Schweiz und von da zurück in die Welt.

Freitag, 14. November 2008

EIn Hausmittel aus Hugentoblers Hausapotheke zur Überwindung akuter Herbstdepressionen: Türe schliessen, Vorhänge schliessen, Lautstärke aufdrehen, sich den aufmunternden Worten hingeben und ds fudi ordentlech schwinge.
Für Ehreverluste oder Verletzungen durch überschwängliches Tanzen wird keine Garantie übernommen.

Dienstag, 11. November 2008

Ich studiere...

...da mit ich im NZZ Folio vom Fach lesen kann und es verstehe, ohne die Erklärungen anzuschauen.

"Der Richter will erst rangieren, dann punktieren." - "So? Ja, dann. Das ist Denmaro. Wird im Jänner sechs Jahre alt." - "Hei! Was ist es?" - "Weiss nicht. Der Besitzer hofft auf eine 95." - "Der geht aber bald, oder?" - "Nüüüt! Der hat zwei Brüder in der KB und eine ganz starke Mutter." - "Da ist Zorro. Ist ein scharfer." - "Ja, wenn sie Rasse haben, hocken sie gerne auf. Ein toller OB-Stier." - "Halt etwas rauher als ein BS." - "Schöne trockene Sprunggelenke!" - "Mh. Trotzdem wohl nur eine 92." - "Die obere Linie ist nicht perfekt." - "Ja, der eine schaut mehr aufs Format, der andere aufs Fundament." - "Der Rokj. Ein hübsches Blüem." - "Mit diesem Wyssrugg würde ich aber nicht führen. Zu viele Winkel." - "Schau, Aurora hat schon wieder geputzt. Wie hoch das Euter nach der fünften Laktation noch steht! Tolle Braune." - "In Oberegg führen sie ja schon Rote und Schwarze auf den Schauplatz."
Einige Bilder einer kurzen Reise ins nahe Paris hier.

Samstag, 8. November 2008

Dialog im Brahmshof

A:"I cha aues mache woni wott!"
M:"Dir chöit aus mache, aber nid aus isch guet für öich!"
A:"I bi aber nid öich"
Im Hintergrund ertönt: Wir sind die Coolsten wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen.
M:"Wär o immer du bisch,"
A:"weme im Zimmer roukt, stinkts"
Die Musik hat gewechselt: I'm gonna be alright von der betörenden Jennifer Lopez erklingt.
M:"Es hei aui e angeri Nase. U teu verändere sech o"
A:"I kenne eine, dä het e chrumi Nase. Une angere, dä het e Nase, aber schmöckt nüt. Auergati Sache gits, aber i nimes easy."
Nun kommt If I was Santa Claus. M. will es unbedingt hören. Eine etwas melancholische Stimmung kommt auf, nach all den Partyknüllern.
M:"Darfi ds Fänschter zutue, es wird chaut."
A:"Weles Fänschter?"
M:"Das wo e Schibe het, aber me gseht nid use."
A:"Wär het e Schibe?"
M:"Indische Whyski isch guet."

Freitag, 7. November 2008

Nun, wieso eigentlich? (III)

Weshalb bleiben Tannen immer grün? / Darf man jetzt noch Tomaten kaufen? / Wieso gibt’s auf Französisch kein ‚Guten Morgen‘? / Bin ich erwachsen? / Wieso gibt’s in meinem Zimmer in Brüssel noch immer Mücken? / Welchen Zweck hat eine Mücke? / Soll ich einer Partei beitreten und die Politik aufmischen? / Sind die Menschen politische Wesen? / Wär ich gerne ein Amerikaner, heute? / Wenn alle Strassen gerade wären, wie würd ich mir dann eine Kurve vorstellen? / Mögen Tiere Musik? / Soll man sich gegen ein Bisschen Patriotismus wehren? / Sind Schweizer schlechte Liebhaber (dem belgischen Sprichwort zufolge)? / Wieso können die frankophonen Zeitgeister keine anständige Zeitung machen? / Möchtest du die Weltformel kennen? / Glaubst du an sie? / An was glaubst du eigentlich? / Gehört das Glück dazu? / Auch im globalen Massstab? / Sollte ich neuerlich UBS-Aktien kaufen (~17.30)? / Was ist dein Aktien-Geheimtip? / Ist Börsenhandel a priori unmoralisch? / Welches Buch soll ich als nächstes lesen? / Mit prozentual wie vielen Menschen würd ich weltweit gut auskommen? / Was ist das nächste Ziel? / Werd ich heute glücklich sein?

Zu wieviel Prozent bin ich ein Tier?



Ferdinand Gerhard beantwortet Fragen von Fischli und Weiss. In diesem Rahmen hat er sich vor längerer Zeit nach den berühmten Menschenaffen umgesehen.

Mittwoch, 5. November 2008

Dienstag, 4. November 2008


Ich lese (manchmal) diesen Blog:

(bitte Kommentare füllen)

Freitag, 31. Oktober 2008

Es klingelt wieder

Hallo ween. Heute ist Halloween, und ich dummerweise noch zu Hause. Tschüssween. All Scheiss Pott klingeln die Saugofen. Ich mache schon gar nicht mehr auf. Ich meine seit wann gibt es Halloween denn in der Schweiz? Ich war jedenfalls nie klingeln bei fremden Leuten. Und es hab auch keine speziellen Süssigkeiten im Supermarkt zu kaufen, um den Kindern die Zähne zu versiechen. Halloween ist nun wirklich ein Produkt des Kapitalismus; ein sehr erfolgreiches sogar. Aber völlig kulturlos (in unseren Breitengraden zumindest). Nun stellt sich dem kritischen Bürger eine Frage und dem Wirtschaftler eine zweite.
Welcher Brauch, der für mich scheint Kultur zu haben, wurde ebenfalls aus kapitalistischen Gründen eingeführt? Weihnachten wird einfach immer wie extremer(aber dem muss man sich ja genauso wenig aussetzen wie dem Halloween), hat jedoch grundsätzlich schon einen Hintergrund. Ja, die Schoggi Osterhasen und so, die sind wohl auch einmal eingeführt worden (aber die sind gut, im Gegensatz zu dem Halloween zeugs). Der Muttertag, den zelebriere ich sowieso nicht. Meine Mutter geburtstaget jeweils um den Muttertag herum, da erübrigt sich das. Ich erinnere mich, dass in Uruguay es noch den Tag des Kindes, des Freundes und des Grossvaters gibt; So, dass die in etwa pro Monat einen dieser Tage haben. Dies ist hier ja zum Glück noch nicht so weit.
Nun die Wirtschafter Frage: Welchen Brauch kann ich einführen, um reich zu werden? Beispielsweise könnten wir jeden 16.Oktober einfach 68 Milliarden auf dem Bundesplatz auf einen Haufen werfen und dann anzünden. Schiins nennt man dies Gewinngeschäft. Oder ebenfalls am 16,Oktober könnten wir in den Zeitungen schreiben die Erde sei eine Scheibe, der Klimawandel existiere nicht oder Basler Läckerli seien Rechtsextreme Kekse. Wobei, dieser Tag würde sich allwöchentlich am Donnerstag wiederholen. Lassen wir besser. Eigentlich scheint mir die beste Geschäftsidee jedoch, in die Politik einzusteigen, in der Schweiz eine Diktatur einzurichten und dann einen neuen Nationalfeiertag einzuführen, an dem nur Hugentobler Bier getrunken werden darf, nur Hugentobler Bratwürste gegessen werden dürfen und nur Feuerwerk der Firma Hugentobler gezündet werden darf. Das wäre dann der fünfte Juni. Danke.

Wunderland

Hören Sie doch hier das Pre-Listening von cee. Und dann macht es Sie gwunderig, und sie kommen am 14.November ans HKB Fest, und dann gefällt es Ihnen und Sie kaufen die CD von cee und cee dankt.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Angekommen im Herzen des neuen Europas

Brüssel ist seit nunmehr sieben Wochen mein neues und vorübergehendes Zuhause. Der parkähnliche Campus de la Plaine, wo sich mein bzw. unser Zimmer in der kleinen Studentensiedlung findet, hat sich im Laufe dieser Zeit seinem spätsommerlich-grünen Gewand entledigt und trägt nunmehr die roten, gelben und braunen Farben des Herbstes. Gerade an sonnigen Tagen sorgen die sanften, goldenen Sonnenstrahlen dieser Jahreszeit für eine wunderbare Atmosphäre. Ich lebe gerne hier. Nach und nach hab ich während diesen ersten Wochen auch verschiedene Teile der Stadt etwas besser kennenlernen dürfen. Brüssel ist eine vielseitige, spannende und lebhafte Stadt, die trotz ihrer mangelnden ästhetischen Glanzpunkte einen speziellen Charme ausstrahlt, eine gewisse Gelassenheit auch, einen freudigen Optimismus, die einen wunderbaren Kontrast zum häufig etwas bedrückenden Wetter bilden. Während meiner Zeit hier möchte ich nun versuchen, einige mir wichtige Aspekte dieses Ortes und seiner Menschen herauszupicken und näher zu beschreiben und so auch ein kurzes Abbild meiner Begegnungen und Erlebnisse, meines Brüsseler Alltags zu entwerfen.

Bruxelles I – Die ULB

Die Universität als prioritärer Beweggrund meiner Reise nach Brüssel sowie gleichsam auch als Mittelpunkt meines Aufenthalts steht am Anfang meiner Beschreibung dieser Stadt.

„Sweet student life“, bemerke ich jeweils gegenüber meinem spanischen Zimmergenossen Joan, wenn dieser an einem Mittwochmorgen wieder einmal gegen Mittag aufsteht. Die Tatsache jedoch, dass auch ich um diese Zeit noch Zuhause verweile, zeigt auf, wie sehr diese Beschreibung ebenso auf meinen bisherigen Studentenalltag in Brüssel zutrifft. Die akademische Uhr scheint hier etwas langsamer als in der Schweiz zu ticken, die Uni-Zeit scheint mehr Lebensphase als Talentschmiede und Karrieresprungbrett zu sein, die Ansprüche sind etwas tiefer.

Dieser Gang der Dinge klingt zwar verlockend und vermochte auch mich in den ersten Wochen zu begeistern, birgt jedoch durchaus auch gewisse Gefahren und vermag meinen Lernhunger – meinem gemütlich-müssigen Naturell zum Trotz – kaum einmal zu sättigen.

Überrascht wurde ich auch von der lebhaften, freien und ausgelassenen Atmosphäre auf dem Campus du Solbosch, meinem universitären Zuhause. Hier ist Leben, Gelassenheit, es wird gefeiert, getrunken; nicht viel erinnert auf den ersten Blick an das Wissen und die Vorgänge hinter den Mauern der meist rennovationsbedürftigen Gebäude. Dem gewohnt seriösen und sachlichen Anstrich der Schweizer Universitäten tritt hier ein eigentlich recht roher Drang nach Leben, nach einem letzten Auskosten der jugendlichen Freiheit entgegen. Die studentischen Verbindungen, die sich hier noch immer einem ungleich höheren Zuspruch erfreuen als in der Schweiz, sind die beispielhaftesten Vertreter dieser speziellen, unterhaltsamen aber teilweise auch recht ermüdenden und fragwürdigen Geschehnisse und Aktivitäten der (vorwiegend jüngeren) Studenten.

Die Université Libre de Bruxelles unterrichtet 20 000 Studenten und hat 5000 Angestellte. Sie verfügt über drei Standorte innerhalb der Stadt und liegt im Shanghai Ranking 2007, das die Forschungsarbeit der grösseren Lehranstalten weltweit vergleicht, gleichauf mit der Uni Genf auf einem Platz zwischen 100 – 150. Die interessante Geschichte der Lehranstalt ist gleichsam eng mit jener Belgiens verbunden und erzählt so unter anderem von der konfliktiven Aufspaltung der vormals zweisprachigen Universität in autonome flämische und frankophone Teile.

Von der klösterlichen Atmosphäre des Uni Zürich-Zentrums reichlich verwöhnt, wunderte ich mich anfangs über den fast durchwegs schlechten Zustand der universitären Infrastruktur. In einer ehemaligen Fabrik eingerichtet hinterlässt der gesamte Campus du Solbosch einen etwas anrüchigen Eindruck, zudem gehören technische Pannen (Mikrofon, Beamer, nicht-funktionierende Heizungen) auch während der Vorlesungen scheinbar zum etwas chaotischen Unialltag. Nichts desto trotz trägt gerade auch dieses verruchte, scheinbar un-universitäre Umfeld zur lebhaften, alternativ-freudigen Atmosphäre auf dem Campus bei – was durchaus sein Gutes hat.

Dem Anstrich und Gewand nach ist also vieles anders hier. Im Herzen sind sich letztlich wohl aber alle Universitäten ähnlich. Während ich mich noch heute fast täglich über die hiesige Lernmethodik ärgere (dazu an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt mehr) und in vielen administrativen Umwegen viel Unsinniges erkenne, bin ich doch gleichermassen begeistert von den Möglichkeiten, die einem dieses Bildungsinstitut aufzuzeigen vermag, von der akademischen Tiefe und Sorgfältigkeit, mit denen ein Problem angegangen wird, von den vielen gescheiten Lehrenden und Forschenden, die auf der Suche nach einem nächsten und übernächsten Schritt nach Vorne ihr Leben der Wissenschaft widmen. Als Bachelor-Student bleiben einem nichts desto trotz viele verheissungsvolle Türen verschlossen, da einem der Zugang zu sämtlichen Masterkursen verwehrt bleibt. Dies ist für mich gerade deshalb recht enttäuschend, weil das belgische Bachelor-System dem schweizerischen bezüglich sachlicher Tiefe und intellektueller Anforderung um drei, vier Meter hinterherhinkt. Die interessantesten Kurse des Europainstituts und des Entwicklungspolitik-Masters finden für mich so hinter verschlossenen Türen statt.

Soweit meine ersten Eindrücke dieser belgischen, universitären Welt. Bleibt zum Schluss nur zu vermerken, dass diese leichte Enttäuschung über Qualität und Niveau der Kurse ein durchaus schweizerisches Phänomen zu sein scheinen. Während sich die grosse Mehrheit der Erasmus-Studierenden sehr zufrieden zeigt, haben mir zwei Mitstudenten ähnliche Zweifel kundgetan – zwei Schweizer… Die Moral dieser Erkenntnis? Der Denkplatz Schweiz (siehe heutige NZZ) scheint kein schlechtes Zuhause zu sein.

Samstag, 25. Oktober 2008

Rockin' Agros Noce

DJ Hugentobler Andi wurde am Mittwoch Morgen früh kurzfristig für die Agros Noce am darauffolgenden Abend aufgeboten. Etwas skeptisch , hatte er sich doch vorgenommen nie mehr im Stuz die Leute das Tanzen zu lernen, sagte er zu. Um Mitternacht ging es los,genauer gesagt u 00:12 (wie der Playlist zu entnehmen ist). "We dir ready für di party sit, säget hüt stürz i ab; Hüt stürz i ab! We dir morn müesst früech uftsah, säget hüt isches egau; hüt ischs egau!" erschallte durch den Stuz.
Es isch super gsi! Ich hatte Spass ohne meine Musikehre zu verkaufen(Zu vorgerückter Stunde wurde mir mein Tun folgendermassen kommentiert: " I think you are the first time DJ in a Club, and I think you play music only for yourself!" Das stimmt zwar nur zur Hälfte, aber zur Hälfte stimmt es. Was sollte ich auch anderes tun? Für eine Zicke wie sie Musik machen? Übrigens ging sie dann wieder auf die Tanzfläche; Zum Weitertanzen.) Die ganzen Romands, die andauernd, aber wirklich andauernd französische Musik wünschen kamen, konnte ich mit meinen schlechten Französisch Kenntnissen und dem einen Lied von Oganga (Danke!) ebenfalls gut bewältigen. Moral der Geschichte, wenn sie einen DJ brauchen, rufen sie ruhig Andi assozial an.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Bist du ein Michi?


Bitte zuerst diesen Artikel lesen.

Ist ja ein ganz toller Kerl, der Klaus. Stilpolizist, Psychoanalytiker und "Früher als die Sprache noch nicht verhunzt wurde und alles besser war"-Typ. (Ich werde mich jetzt besser nicht zu weit zum Fenster hinauslehnen, sonst gibts noch einen oben drauf; Ich bin eigentlich auch nicht sicher, ob der olle Klaus irgendetwas pseudo hochstehendes zusammengebrummelt hat, oder ob da was dahintersteckt. Wenn man seinen Blog so liest, kann der Mann schon einigermassen schreiben. Und trotzdem erscheint es mir recht erbärmlich, auf diese Weise einen Text zu zerreissen. Und dann erst noch einen Text von irgendjemandem aus dem Internet. (Noch fast erbärmlicher finde ich den wortreichen Michael Staub, der also unseren Blog gelesen hat, und alsbald dem ollen Klaus einen Tipp gegeben hat. Mein Tipp an Michi, das mit dem Fotografieren vielleicht sein lassen, auch wenn es saugut tönen mag zu sagen: "Ach, ich kann mich nicht entscheiden welches meiner vielen künstlerischen Talenten ich nun ausleben soll"). Jedenfalls kann der Text so schlecht nicht gewesen sein; sonst würde man sich nicht so sehr damit beschäftigen (so viel zu meinen psychoanalytischen Fähigkeiten). Vielleicht könnten wir jetzt da eine kleine Schlammschlacht anzetteln?). Also das war jetzt alles in der Klammer und was ich eigentlich sagen wollte, ist dass ich von der Marketing Abteilung sehr zufrieden bin mit Herrn Oganga. Der Stilleben Eintrag hat uns doch einige Besucher beschert und man muss sich mal überlegen, dass der andere Michi auch irgendwie auf unseren Blog gestossen ist. Ich halte es dabei mit dem Herr Bundesratpräsident: "Wieso sollte man pumpen?" DJ Fett macht fette Musik und das Gegenteil ist genauso falsch.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Umfrage: Der Dachs'sche US-Präsident ist gekürt.

Kürzlich, als ich erneut morgens um 3 Uhr für die letzte Präsidentschaftsdebatte aufgestanden bin, hab ich mir die Frage gestellt, ob Obama denn ein Vorbild für mich (und uns) sein kann und soll. Seine Geschichte, seine brillante Rhetorik und sein ruhiges, authentisches und intelligentes Auftreten beeindrucken weltweit. Beeindruckend jedoch gleichermassen der offensichtliche, bei näherer Betrachtung scheinbar unumgängliche Opportunismus der Kandidaten, die Schönrederei, die an Rockkonzerte erinnernde Aufmachung ihrer Reden, geprägt vom Egozentrismus und dem stetigen Drang nach Macht und Selbstdarstellung.
Nun aber zu unserer Dachs-eigenen Umfrage, die ihnen mit den zahlreichen Gegenvorschlägen einen Ausweg aus der einengenden Situation eines Obama-McCain-Duopols aufzuzeigen versuchte.
Demnach dürfte Dutti der Riese laut unserer Leserschaft anfang 2009 das höchste (politische) Amt der Welt einnehmen. Dutti vermochte bei der Umfrage einen Viertel aller Wähler, was der beachtlichen Anzahl von 7 Stimmen entspricht, für sich zu gewinnen. Mit je 14% der Stimmen belegen Ronja die Räubertochter und Ich den zweiten Rang. Etwas Verwirrung stiftete hierbei das beachtliche Selbstvertrauen der vier Leser, die sich gerne selbst als US-Präsidenten sehen würden. Diese sind denn auch aufgerufen, in den Kommentaren kurz ihre Lösungsvorschläge für den Iran, den Irak, Afghanistan, Israel, die amerikanische Gesundheitsversorgung sowie betreffend der globalen Finanzkriese zu präsentieren. Auf den weiteren Plätzen der Präsidentschaftselektion finden sich mit je 10 % Paul Collier und der begnadete Weltwoche-Chef Roger Köppel. Samschtigs-Jass-Moderations-Legende Monika Fasnacht sowie Käthy Sutter erreichten immerhin noch 7% der Stimmen. Etwas enttäuscht zeigte sich das Unddachs-Team demgegenüber über den Nuller von Marlene Röthlisberger, die als unsere Vertretung in den Wahlkampf gestiegen ist.

In the Wolf

ElGozze is back. Vergnügen Sie sich mit dieser Rotkäppchenparodie des bescheidenen Beethoven.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Nach viertägigem Besuch sind Nils und Brächi heute Mittag Richtung Schweiz abgereist. Hier einige Eindrücke dieses vergangenen Wochenendes.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Nachtrag: Umfragenauswertungen

Gratuliere, es ist tatsächlich .ch die Gratiszeitung, die als erste Konkurs gehen wird. Lesen Sie zum ersten Schritt dieses Prozesses mehr hier.

Und YB hat die besten Fans. Das ist korrekt, wobei der Auswärtsmob von GC tatsächlich nicht zu unterschätzen ist.

NMS

Als Frischling in dieser Ausbildung bin ich natürlich noch voller Spannung, was mich in den verschiedensten Modulen tagtäglich neues erwartet. Die Zeit des Unischwänzens und Rumgammelns soll nun endgültig vorbei sein. Die PH weckt neue Kräfte. Da soll mir noch mal einer sagen, dass einem hier hören und sehen vergeht, die Leher von heute nichts mehr taugen, und alle, die nicht wissen was sie wollen zuerst an der PH Zuflucht finden um später regelrecht vor die zu Hunde gehen. Alles Kautzenmist. Meine NMS(neue mädchenschule auch für jungs), hier wird dein Mädchenauge aufs Schärfste geschult, dein Gemüt erschüttert und dies mit spielerisch leichten Methoden, die man problemlos zu Hause wiederholen kann. Sei es das Herstellen und Darstellen von Geräuschen mit oder ohne Zeitung, Improvisationstheater, Rythmus- und Schreiübungen (sehr zu empfehlen für Leute, die eher Mühe haben, aus sich herauszukommen ich zitiere), dann natürlich Schreib sowie Leseübungen von/über all die klugen Männer mit ihren pädagogisch, psychologisch und soziologisch sehr ausgereiften Ansätzen, die aber gleichzeitig ihre Kinder im Heim vermodern liessen), sonstige Verrenkungen, analytische Soziologie mit Betonung auf rein analytisch, Kreise malen, die nicht rund sein dürfen, pädagogische Sitzungen, bei denen man steht, bis hin zu den Psychologievorlesungen, die sich auch ohne Ritalin erstaunlich gut aushalten lassen. Es ist super an der NMS. Familiäre Umgangsformen, sofortiges Bemerken, wenn jemand fehlt, man grüsst sich, tauscht sich aus, hilft einander. All das und noch viel mehr in einen Topf, ordentlich gewürzt und paarmal gut gerührt ergibt die Lehrpersonen von morgen. Wollen sie harmlose Harmonisierung ohne Strategie, Fortschritt, Ermutigung, Unterstützung und spielerisches Lernen nach eigenen Regeln für ihre Nachkommen, soll die Individualität ihres kindes anstatt zu verkümmern gefördert werden? dann schicken Sie es unbesorgt zu mir.

Montag, 6. Oktober 2008

Chez Fabian

Liebe Leserinnen und Leser,
Bestimmt haben Sie es bemerkt: Der Sommer ist vorbei. Der Herbst auch schon beinahe. Und Weihnachten ist noch weit weg. Ihre erste Winterdepression klopft schon an der Tür? Ja?
Dann ist das heutige Angebot genau das Richtige für Sie! Wie Sie wissen, ist das unddachs-Team exklusiv für Sie immer wieder rund um den Globus unterwegs, um stets mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können, wenn Sie brennende Fragen haben, wie folgender Leser: "Liebes unddachs-Team, ich fühle mich ausgelaugt und würde gerne spontan einige Tage verreisen. Können Sie mir sagen, welches die Trend-Metropole dieses Herbstes ist und wie ich ein hippes Hostel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis finde? Liebe Grüsse und weiter so. Sämi Schmid"
Selbstverständlich können wir das! Nach stundenlangen Analysen und Rechnereien spuckte unser brandneuer unddachs-mega-trend-analyze-turbo4000 das eindeutige Resultat aus: Trend-City-Herbst-08 ist: BRÜSSEL/BRUXELLES. (Burgdorf liegt mit 247 Punkten Abstand auf Rang 3.) Das Resultat wesentlich bestimmt haben vor allem folgende Kriterien: 1. Das Jahr des Pommes-Frites im astrologischen Kalender Tadschikistans. 2. Das 50 jährige Jubiläum der Schlümpfe.
Wie Sie wissen, liebe Leserinnen und Leser, sind wir den Modeströmungen für Sie immer eine Dachsennase voraus. Daher hat sich nun, wo der Brüssel-Trend offiziell ist, schon längst der unddachs-Genosse Oganga in der Trend-City niedergelassen und vor einigen Tagen die hippe Pension "Chez Fabian y Juan" eröffnet. Ich war vier Tage vor Ort, um für Sie die Qualität des Angebots zu prüfen. Das Resultat kann sich sehen lassen:

-Gastronomie: * * * ° °
(Halbpension, Frühstück: Kaffee, Cornflakes, Abendessen: Spezialität des Hauses --> Quick-China-Noodle-Soup, Rotwein, Bier )
-Schlafkomfort: * * * * *
(Nachhaltige Festigung der Wirbelsäule garantiert)
-Ausgang: * * * * *
(Get the Erasmus-Feeling! Die Erasmusstudenten lassen täglich und nächtlich zu fetten Beats die Fetzen fliegen und die Hüllen fallen)
-Gastfreundlichkeit: * * * * °
(Hausherr Oganga kümmert sich aufmerksam um seine Gäste und eignet sich auch als City-Guide. Lassen Sie jedoch die Finger von den Pantoffeln des Don Juans!)
Der hippe Geheimtipp: Lassen Sie sich von Ogangas osteuropäischen Hairstylist für nur 8 Euro den trendigen Monk-Cut verpassen.


Herr Oganga hofft, auch Sie bald begrüssen zu dürfen. Reservierungen auf dieser Seite möglich.

Dimitri steht am Strand und blickt auf den Ozean. Ruhig und grünlich blau breitet sich dieser grosse Urteppich vor ihm aus, spielt die Musik der Wellen, vom Moment, wo Meer auf Land trifft. Die Sonne senkt sich, es wird Abend und kühler, Venus kündigt bereits die Nacht an. Das goldene, sanfte, harmonische Herbstlicht verwandelt das Wasser in ein Heer glitzerner Tänzerinnen, das Dimitri als Abbild der Welt erscheint, als ewiglich sich verändernde Grundsubstanz, in Form und Farbe in jedem Augenblick neu erfunden und einzigartig, vergänglich jedoch – und vielleicht deshalb umso schöner, berührender. Dimitri mag das Meer, diese Unendlichkeit an Wasser, die ihm Respekt, Angst und Freude zugleich bereitet, ihm stets aufs Neue Demut und Bescheidenheit lehrt, und ihm eine Ahnung von realer Schönheit schenkt.
Er denkt zurück an seine ersten Ferien am Strand, an die grossen Sandburgen und tiefen Badewannen, die er gebaut hatte, an Begegnungen mit Fischen und Fischern, Quallen, Kindern, Erwachsenen, mit fürchterlichen Sonnenbränden, an die Freude an einer kalten Glace, an Erlebnisse und Entdeckungen mit der Taucherbrille. Und er denkt an seinen frühen Kindheitstraum, den Traum einer eigenen Insel, nicht weit zwar vom Festland, doch aber losgelöst von der grossen Welt, verbunden nur durch ein Ruderboot. Schafe hatte er sich gewünscht auf dieser Insel, und ein kleines Haus mit einem runden Turm, unter dem Dach sein Schlafzimmer mit Rundumsicht. Ein Garten auch, sowie eine Veranda am andern Ende der Insel, gleich über den herabfallenden Klippen, genauso wie der Bug eines Schiffes.
Das Meer hat sich mittlerweile zurückgezogen, sodass Dimitri weitergeht, hinaus, dahin, wo vorher noch Meer gewesen ist, und wieder Meer sein wird. Der Wind bläst ihm durchs Haar, es ist merklich kühler geworden. Zwei, drei grosse Schiffe kreuzen den Horizont, lautlos und langsam ziehen sie hinaus in den Ozean, bis sie schliesslich in der Dunkelheit verschwinden.
Dimitri ist älter geworden, seine Träume haben sich gewandelt, weiterentwickelt und verändert. Doch sie sind nicht verschwunden. Er zieht seine Schuhe an, ist müde und sehnt sich nach der wohligen Wärme seines Bettes. Das schwache Mondlicht deutet Dimitri den Weg zurück, hinauf zur Strasse, die ihn nach Hause führt, dahin, wo er seine Zelte aufgeschlagen hat.

Samstag, 4. Oktober 2008

NBU

Monat für Monat bezahle ich 0,6600% meines schwer erarbeiteten, oder eher erschufteten, Lohnes für Nichtberufsunfall. Ich wurde aufgeklärt, dass dies eine Versicherung ist. Jedenfalls hat mich letzten Monat sage und schreibe 8.85 Sfr. gekostet. Nun, als homo economicus und als Student der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft achtet man auf sein Geld und führt kontinuierlich Kosten-Nutzen Analysen durch. Man will ja kein Geld zum Fenster use schiessen. Es galt also, die Kostenstelle Nichtberufsunfall, die 0,6600%, zu meinem Vorteil umzumünzen. Es stellt sich heraus, dass ein Sportunfall optimal wäre. Am einfachsten erschien es, mit den rüpelhaften Unistudenten Fussball zu spielen und sich die Bänder zu vercheiben. Der Gedanke, dass die kaputten Bänder hohe Opportunitätskosten zur Folge haben, kam mir leider erst auf der Spitalliege.

Dienstag, 30. September 2008

Schreckliches

Schreckliches ist mir widerfahren am heutigen Tage. Sehr schreckliches sogar.
Sie denke jetzt vielleicht daran, dass ich schlecht geschlafen haben könnte letzte Nacht (Stimmt, dafür bis halb neun), oder dass ich einen Anfänger als Partner hatte beim Jassen (Stimmt auch, wir haben aber gewonnen), vielleicht denken Sie auch dass ich heute schon wieder meine grosse Liebe nicht getroffen habe (auch das stimmt, zum Glück?). Langsam kommen Sie ins Grübeln. Nein, auch habe ich keine schlechten Noten erhalten (wo denken Sie auch hin, also bitte!). Ebenfalls haben wir gestern nicht im Unihockey verloren noch habe ich einen Kater (das ist immer Freitags). Nein. Ich muss mein Büro wechseln. Aufgewacht. Aus der Traum. Finito. Ich will mich allzusehr beschweren, ich habe glückliche 4 Monate im C1 verbracht. Ab Morgen wird es das B6 oder sowas sein. Sogar noch etwas grösser, meistens ebenfalls für mich alleine, in der Nähe des geschätzten Dr.Dumondel. Aber eben nicht mehr das C1. Keine netten Arbeitskolleginnen mehr um mich. Keinen Ausblick auf das schöne Nachbarsgebäude. Keine Abendsonne. Nun, ich werde mich damit trösten, zum Arbeiten ins SOL zu kommen und verlasse also das C1 mit diesen Worten. Adieu.

Montag, 29. September 2008

Rassige Reime

Alle Kinder gehen zu Fuss
nur nicht Negra, die nimmt ein Zebra

Alle Kinder bleiben zu Hause
nur nicht Andi, der geht in die Landi

Alle Kinder gehen zum Coiffeur
nur nicht Nöse, der geht zur Frisöse

Alle Kinder haben weggeschaut
nur nicht Marlen, die hats gesehn

Alle Kinder sind schön artig
nur nicht Fäbu, der macht Räbu

Alle Kinder essen ihre Suppe
nur nicht Hagi, der nimmt noch Magi

Samstag, 27. September 2008

"Two weeks is a long time..."

Anmeldung für einen Studienaufenthalt (FS 2009) an der Makerere University in Kampala, Uganda...

Im Mail vom 1. Juli 2008 rät mir die Vertreterin des International Office in Uganda, die administrativen Dinge in Zürich (Transcript of records, Empfehlungsschreiben etc.) rasch abzuwickeln. Die von mir vorgeschlagenen zwei Wochen zur Bereitstellung der Dokumente scheinen zu kurz: "Two weeks is a long time try to hurry up."

Gute fünf Wochen (11.8.) später schliesslich ein Mail einer anderen Verantwortlichen des International Offices - auf Anfrage einer Bestätigung der Bewerbung meinerseits...: "Hi, We received your application for next semester but your transcript of records is not certified. please send us a certified copy so that we can start processing your admission."

Gut 10 Tage später sollte der zertifizierte Leistungsnachweis schliesslich in Kampala eintreffen.

Gestern (26.9.) nun, weitere 7 Wochen später ein neuerliches Mail des International Office: "Hi I got your documents so am going to start processing your addmission."

To be continued...

Worin liegt der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen WG-Mitbewohnern?

Mit zwei Mitbewohnerinnen ist morgens das Bad besetzt, wenn man dringend mal sollte.

Ferdinand Gerhad beandwortet Fragen, die die Welt beschäftigen. Diesmal mithilfe eigener Erfahrungen.

Donnerstag, 25. September 2008

Back from outerspace

Nun bin auch ich in die Welt der Uni abgetaucht. Anfangs nur um gleich wieder ächzend aufzutauchen und laut um Hilfe zu schreien. Man muss sich hier mit absoluten Fachgenies herumschlagen, die keine Ahnung haben, dass so mancher Normalsterblicher möglicherweise ihre Fremdwörter speiende Sprache nicht verstehen kann.
Hat man sich davon erholt und denkt, dass es schlechter nicht kommen kann, so hat man sich kräftig getäuscht. Man wird gleich weitergereicht an eine Dozentin, die in der Deutschen Sprache etwa ebenso bewandert ist, wie mein ungeborenes Kind... Während sie also versucht die deutschen Wörter aus ihrem russischen Mund zu zwängen, sind wir bemüht zu ergründen von was sie überhaupt spricht. Hat man dann mal ein Wort verstanden stellt man deprimiert fest, dass man sich die Mühe nicht hätte machen müssen, da man auch das Vorhergegangene schon hätte verstehen müssen um nun den Durchblick zu erlangen.

Da stellt sich mir doch die Frage: Wer tut sich so was an?

Liebe Grüsse aus dem fernen Bern.
...zehn, vielleicht fünfzehn sterne sind am himmel auszumachen. auf dem kleinen balkon unserer etage, auf der ich zusammen mit einigen belgiern und einem spanier, meinem zimmergenossen, mein zuhause eingerichtet habe. es ist erstaunlich warm, ein schöner herbstbeginn in dieser grossen, mir noch immer zu weiten teilen unbekannten, aber durchaus sympathischen stadt im herzen europas. ich bin etwas müde. die tage sind lang und kurz zugleich, anstrengend gleichwohl, und lehrreich. im süden der stadt, auf dem campus de la plaine, befindet sich unsere kleine studentensiedlung. morgens mache ich mich auf den weg zum campus de solbosch, vorbei an kleinen cafés und bars gehts durchs lebhafte studentenviertel richtung uni. 15 minuten dauert das. ich find mich noch nicht immer gleich zurecht an der ulb - der freien universität brüssel -, die allzu gross ist, um sie in ein, zwei wochen überblicken und verstehen zu können. und es ist vieles anders als in zürich. die gebäude sind älter, die lernmethoden auch. die atmospäre jedoch spannender, um ein vielfaches lebhafter, international und irgendwie ungezühm, frei, gar etwas rebellisch...
...auf unsrem campus gibts eine menge hasen, die nachts aus den sträuchern kommen, nachts, wenn die Belgier feiern, mit viel Bier, nachts, wenn das Studentenviertel endgültig erwacht, montags, mittwochs, samstags. drei, vier mal war ich bereits im zentrum, auf dem grossen, prächtigen platz, im eu-viertel, beim atomium. und in drei, vier bars, mit erasmus-bekanntschaften, die sich alle in derselben situation befinden, sich flüchtig begegnen, den moment zusammen teilen, sodann aufbrechen, weitergehen, alle zusammen und doch auch ein jeder für sich. eine neue, farbige welt, über die ich oft etwas lächeln muss, die gleichsam jedoch zum nachdenken anregt, zum innehalten im schnellen strom der zeit...
...und mit jeder reise werd ich etwas schweizerischer, oder mehr wohl: mir meiner wurzeln bewusst. du sollst der werden, der du bist. übrigens gehts mir ganz gut. ich bin fleissig und lernhungrig, neugierig und wachsam. vielleicht dann und wann etwas zu verschlossen, zu verträumt, allzu ehrgeizig, allzu perfektionistisch. und manchmal fühl ich mich etwas allein, allein mit meinen interessen und zielen, alleine auch mit meiner weltsicht, der art, zu denken. und nicht immer bin ich mir sicher, ob dies ein gutes zeichen sei...
...nun dann, gute nacht...

Montag, 22. September 2008

So sieht mein Bruxelles aus.

Sonntag, 21. September 2008

Urho Kekkonen

Urho Kaleva Kekkonen war ein finnischer Politiker, der als Ministerpräsident von 1950 bis 1956 und als der am längsten amtierende Staatpräsident Finnlands von 1956 bis 1981 regierte. Mit einer Dienstzeit von über einem Vierteljahrhundert ist er bisher das am längsten amtierende Staatsoberhaupt einer demokratisch wählenden Republik. Kekkonen führte die Neutralitätspolitik seines Vorgängers Paasikivi fort, welche als die Paasikivi-Kekkonen-Linie bezeichnet wurde.
Ein beeindruckender Mann, dieser Kekkonen, wobei das mit dem demokratisch gewählt verschieden interpretiert werden kann. Ich war übrigens 5 Tage im Kekkonen-Nationalpark wandern. Das war schön; Etwa so.



Samstag, 13. September 2008

Panta Rhei

"Alles fliesst, nichts bleibt." Heraklit

Einige Eindrücke einer schönen, speziellen und letztlich sehr bewegenden Reise nach Brüssel hier.

Dienstag, 9. September 2008

TV-Tipp des Tages

ORF2 , 20:15 : "Das geheime Leben der Dachse"

Dienstag, 2. September 2008

Zum Sommerabschluss nach einiger Verspätung die nunmehr dritte Auflage der stets vielseitigen Dachs-Compilations. Diesmal mit dabei: Conor Oberst, The Notwist, Beck, Aaron, Tracy Chapman, The Kinks, Radiohead u.a. Die CD kann bei uns persönlich bezogen oder bald auch runtergeladen werden. Viel Vergnügen.

Donnerstag, 28. August 2008

Der jährlichen Sommerend-Tradition folgend verbrachten wir (diesmal mit dabei: Marlene, Nils, Fabian) 4 Tage in einem gemütlichen Rustico in Valle, einer ehemaligen Geissenalp oberhalb Piottas (ca. 1700 m.ü.M.). Einige Eindrücke hierzu bei den Fotos.

Sonntag, 24. August 2008

36 Kunstfutzis und eine Leiche

Zwei wochen Vorkurs - eine Bestandesaufnahme: Meine MitschülerInnen sind normaler als man aufgrund gängiger Vorurteile erwarten würde. Man wird durchaus auch ohne gestreifte Leggins, roten Lippenstift und Pagenschnitt akzeptiert. Aber selbstverständlich auch mit. Die Lehrpersonen sind überaus sympathische Zeitgenossen, wenn auch pädagogische Nieten, teilweise herrlich mit dem Klischee des chaotisch-zerstreuten Künstlers übereinstimmend. Das Ausbildungsziel lautet nicht etwa "Schulung gestalterischer Methoden und Techniken", sondern wortwörtlich: "Individuelle Wahrnehmung der Welt und persönliche Vorstellungskraft erkennen und erweitern". Lehrmethoden und Unterrichtsformen: "Prozessorientiertes Lernen, in welchem das Tun, das sinnliche Erleben, Basis für gestalterische Erfahrung ist, kritisches Arbeiten, in welchem tradierte Ansprüche der Gestaltung und eigener übernommener Vorstellungen hinterfragt werden. Alle sind Lehrende und Lernende."
So verlief dann auch die Studienwoche am Genfersee ganz nach dem Motto: Macht was ihr wollt, geniesst das Leben - aber nehmt das Skizzenbuch mit! So verflogen die Tage dann auch in heiterem Fluge... ein bisschen Wandern, am See liegen, baden, shoppen in Lausanne, ein bisschen Wein hier, ein Bierchen dort, mal schnell mit dem Schiff nach Frankreich... mal zwischendurch eine Kuh skizzieren, eine Landschaft malen oder Mitschüler portaitieren... ja so ein Kunstfutzileben ist schon eine tolle Sache... Bei der Werkschau am Mittwoch Abend fand dann die Frau Anna Annen, dass wir ihre anfängliche Aussage "Die Erfahrung ist wichtiger als das Ergebnis" doch nicht ganz so wörtlich nehmen sollen und eine Steigerung doch angebracht sei.
Über Stock und Stein begaben wir uns dann am folgenden Tag auf die Suche nach dem ultimativen Motiv für das ultimative Werk, das wir schliesslich durchaus fanden, als wir im Wald auf eine am Seil baumelnde männliche Leiche stiessen. Angesichts der doch nicht ganz alltäglichen Situation war man sich vorerst uneinig, welche Reaktion nun angebracht sei: entgeistert herumschreien, die Polizei rufen oder doch noch schnell das Skizzenbuch hervornehmen? Wir entschieden uns für Variante zwei, wobei einige morbide Gemüter die Finger doch nicht von der Kamera lassen konnten, was zu anhaltenden Konflikten mit den empfindsamen Gemütern führte. Im Laufe des Tages bildeten sich diverse Gruppen, die auf verschiedene Art und Weise versuchten, das Gesehene zu verarbeiten: Die Wir-philosophieren-über-Leben-und-Tod-Gruppe, die Ich-habe-schon-meine-Oma-im-Sarg-gesehen-und-eine-Kollegin-hat-versucht-sich-umzubringen-Gruppe, die Ich-muss-alle-die-ich-kenne-anrufen-Gruppe (wobei hier keine offensichtliche Gruppenstruktur zu beobachten war), und schliesslich die Wir-trinken-heute-noch-ein-Bierchen-mehr-als-sonst-und-lassen-uns-so-viele-morbide-Sprüche-wie-möglich-einfallen-Gruppe. Ich habe mich letzteren angeschlossen - des Durstes wegen.

Bildliche Impressionen und Expressionen findet ihr im Album bei den Dachsenfotos.

Samstag, 23. August 2008

Soziokulturelle Studie der Hip Hop Kultur in Burgdorf



In Form eines Videoessays werden hier alle wichtigen Fragen beantwortet: Wie ist Burgdorfer HipHop von ausswertigem abzugrenzen? Welche Ziele setzt man sich? Wie verhält man sich in den einschlägigen Szenelokalen? Gibt es den HipHop Ehrenkodex? Welche soziale Rollen werden übernommen? Wie verhält es sich mit selbsironie? Wie wichtig ist die Abgrenzung gegenüber anderem? Wie geht die Szene mit um mit Fremdenhass, Intoleranz und Kleinbürgertum? Wie stehen sie der Burgdorfer Kleinkunst gegenüber? Kann man sich auschliesslich über einen Ort definieren? Warum lohnt es sich Burgdorf zu leben und wo liegen mögliche Probleme der Kleinstadt? Lebt es sich in Burgdorf besser als in Harlem? Ist ein gewisser Realitätsverlust nötig um authentisch zu wirken? Welche HipHop Elemente können aus Amerika importiert werden, welche nicht?

Gelesen...

...im kleinen Bund: "dum spiro spero - solange ich atme, habe ich Hoffnung"

...im Sophie Hunger Booklet: "that we might be wrong, and everything doesnt mean anything at all."

...nochmals im kleinen Bund:
"Nicht dass er starb
ist traurig
nicht das er lebte
ist traurig
man nicht einmal
sagen, dass er ein trauriges
Leben hatte

Er war bloss ein
Leben lang traurig..."

Dienstag, 19. August 2008

Umfragenauswertung

Um die soziologische Abteilung nicht zu überlasten, wurde entschieden die letzte Umfrage der Marketingabteilung zur Auswertung zu geben. Diese hat ijre Qualitäten in letzter Zeit vermehrt unter Beweis gestellt und wird kompetent Auskunft geben können.

"In der Umfrage zur Altersstruktur der Kundschaft von www.unddachs.ch.vu stellten wir zwei bedeutende Punkte fest:

- Die seit Beginn verfolgte Ausrichtung auf die Zielgruppe "Junge Erwachsene mit kulturellem Hintergrund-Interesse an der weiten Welt-im Vorlesungssaal lieber hinten sitzend- Wochenendnaturfreunde - gerne versuchend etwas anders zu sein - und so" ist erfolgreich. Es scheint, als habe sich die Anstellung der PR-Beraterin gelohnt.

-Auf der anderen Seite, ist das fehlen der Leserschaft zwischen 40 und 50 etwas erschreckend. Nach kurzer Konsultation des Buches "Psychologie für Marketingfachleute" wurde klar, dass die Themenwahl nicht auf in der Midlifecrisis Stehende zugeschnitten ist. Es wäre deshalb wünschenswert vermehrt Berichte über die Besteigung des Kilimandscharo und die Partnersuche im Internet zu publizieren."

Um unser Markting weiter verbessern zu können, bitten wir Sie auch in Zukunft die Umfragen gewissenhaft auszufüllen. Die Daten werden nur zum internen Gebrauch verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Schliesslich suchen wir alle nach den Limits of Growth; Ob es die wohl gibt?

Mittwoch, 13. August 2008

3 CD-Tipps für Freunde langer Rotwein-Abende







I'll stand beside myself so I'm not alone
And how can I make new again what rusts every time it rains
And the rain it comes and floods our lungs
We're just orphans in a tidal wave's wake
(Beck - Orphans)

Beck - Modern Guilt


Beck Hansen ist nach dem für mich eher enttäuschenden "The Information" wieder ein grosser Wurf gelungen. Während 33 Minuten entführt uns der nunmehr langhaarige Musiker in bekannte und fremde Welten grossartiger bis grotesker, nie jedoch langweilig werdender Klangarrangements, pointiert durch die unverkennbare Atmosphäre des Hintergründigen und doch nie gänzlich schwer Wirkenden. Anspieltipp: "#4 Modern Guilt".

Bonnie Prince Billy - Lie Down in the Light

In einer Konzertrezension (Tages-Anzeiger) eines BPB-Konzerts im Zürcher El Lokal stand einmal: "Eine Nacht für die Ewigkeit." Das neuste Album des bärtigen Herrn aus Kentucky bietet wiederum einige Stücke, die nicht nur Romantiker ins Schwärmen bringen. Bonnie Prince Billy gehört für mich zu den Musikern, die Trauer, Melancholie und Freude verbinden und - vielleicht durch die stetig durchschimmernde Zuversicht - auf wundersame Weise vereinen können. Anspieltipp: "#1 Easy does it".

Conor Oberst - Conor Oberst

Conor Oberst - Kopf, Herz und Seele von Bright Eyes - hat auf seiner Soloplatte nach "Four Winds" 2007 auch dieses Jahr wieder den heimlichen Sommerhit produziert: "Cape Canaveral".
Ich find Obersts Lieder am Anfang immer etwas eintönig, einfach, uninspiriert. Irgendwann zwischen dem 4. Durchlauf und dem 4. Glas Burgunder erkenne ich mich aber in ihnen wieder - irgendwo in der Prärie wandernd, mit leichter Ironie in die Welt blickend, den Wind im Haar, Schärfe im Blick.

PS. Ich bräucht für die längst überfällige 3. Dachs-CD noch ein, zwei fätzige Lieder. Kann mir da jemand helfen?

Dienstag, 12. August 2008

Zürich by rain


1_Nach einem ganzen Tag Lernen zusammen mit einem Genie im Tempo und mit der Intensität dieses Genies bin ich völlig aufgeladen. Trotz Regen beschliesse ich während eines Abendspaziergangs frische Luft zu schnappen und denn Kopf zu befreien von Strukturen, Strategien und Entwicklungschancen.

2_Das Krematorium Sihlfeld neben mir, denke ich daran, auf dem bevorstehenden Spaziergang einen grandiosen Blogeintrag mir zu erdenken. Schliesslich ruht Thomas Mann im Sihlfeld, das sollte inspirieren.

3_Lights von Archive erklingt in meinen Kopfhörern. Die Strassenbeleuchtung ist shcon an, ein Huduwetter ist das.

4_Die Zürcher sitzen allesamt zu Hause in der ungemütlich modern eingerichteten Stube un schauen fern. Ob die Geschichte aus dem Fernseher durch den überdimensionierten FlatScreen wohl realistischer wird?

5_Leichtes Unwohlsein überkommt mich. Herr Spross, der wichtigste Mäzen eines Zürcher Stadtklubs, besitzt hier einen ganzen Strassenabschnitt mit gross beschrifteten Häusern.

6_Ich bin bereits ziemlich nass. Was wohl all die Leute in der Videothek tun? Ich glaub, ich war meiner läbtig nie in einer Videothek.

7_Ecke Bertastrasse. Meine Buchhandlung, da war ich schon eine Weile nicht mehr. Vor den Ferien werde ich mir noch ein Buch kaufen. Der Laden gegenüber nennt sicht "Radio-Nostalgie Hifi". Ich beschliesse meine Musik auf Nostalgie umzustellen und höre nun Coldplay.

8_Auch Peugeot hat jetzt einer dieser Geländewagen, die die Wochenendnaturschützer verbieten wollen.

9_Beim Coop soll Ankeraktion sein, aber ich sehe nichts. Morgen werde ich trotzdem schauen gehen. Der kroatische Shop hat immer noch geöffnet. Wenn ich jetzt Geld dabei hätte, würde ich einen Whyski kaufen. Zum Gück, denke ich mir, habe ich kein Geld; Whyski mag ich nämlich nicht.

1_Erstaunlich, der Yb-Kleber an der Badenerstrasse hat das Zürcher-Derby überstanden und präsentiert sich immer noch gut sichtbar den Passanten. Wieder zu Hause.

Donnerstag, 7. August 2008

12 Hirnnerven

Die 12 Hirnnerve bilden das Prunkstück jeglicher Anatomieprüfungen. Hier eine kleine Anleitung zum Auswendiglernen:

N. olfactorius (Geruch): Die Ölfabrik stinkt.
N. opticus (Sehen): Einfach.
N. oculomotorius (Augenbewegungen): Augen sind wie bewegliche Okulare. Auch nicht so schwierig.
N. trochlearis (Augenbewegungen): "Rochle" sind Schweine auf Brienzertiitsch. Schweine im Kopf?
N. trigeminus (Gesicht, Mund, Kauen): trige-tragar auf spanisch für schlucken. Wenn man schluckt dann ist etwas fort- minus.
N. abducens (Augenbewegungen): "Abtue" wenn man die Augen schliesst..!?
N. facialis (Gesichtsmuskulatur, Geschmack): Das Focaccia kauen, facia-machen.
N. vestibulocochlearis (Gehör, Gleichgewicht): Der angezogene (vestido) Verrückte (loco) hat Cholera.
N. Glossopharyngeus (Geschmack): Nicht einfach, aber keine Eselsbrücke.
N. vagus (Pharynx, Larynx, Thorax): Der zehnte ist der faule (vago).
N. spinalis accessorius (Halsmuskulatur): Um die gesponnen Accessoirs zu tragen braucht man Halsmuskeln.
N. hypoglossus (Zungenmuskulatur): Glossoli ist ein Lied von Sigur Ros-Isländisch ist ein hyper Zungenbrecher.

Es gibt in der Anatomie natürlich noch tausend andere Fremdwörter in die eigene Sprache zu übersetzen. Zum Schluss die verschiedenen bekannten Gliazellen (manchmal geht es vulgär am besten). Der Astrologe (Astrozyten) und Oligarch (Oligodendrozyten) hat einen kleinen (Mikroglia) (Schwannzellen).

Mittwoch, 6. August 2008

Montag, 4. August 2008

C'est encore loin, la mer?

In der Genfer Tageszeitung "Le Temps" findet sich täglich ein kurzes Interview mit namhafteren und weniger namhaften Personen übers Reisen, das Meer und das Weggehen. Die Fragen - stets dieselben - gefallen mir. Ich habe einige folgend kurz zu beantworten versucht.

La première fois que vous avez vu la mer?
Das ist lange her. In Italien vielleicht, oder in der Türkei? Ich weiss es nicht mehr.

La chose qui vous suit partout ?
Notizbuch, Herr Frosch, Musik, häufig eine Kamera, Visionen und Träume, aber auch Realitätssinn.

Pour vous, « loin », c’est où ?
Das ist einerseits eine technische, andererseits eine mentale Frage. Geographische Distanz erhält in diesem Sinne eine völlig untergeordnete Bedeutung. Weit ist einmal der kongolesische Urwald, ein ander Mal ein Stück Musik, ein Buch, ein einzelner, glänzender oder tieftrauriger Gedanke.

Une scène typique de vos vacances quand vous étiez petit ?
Mit Taucherbrille unter den Wellen durchschwimmen, kleinen Fischen folgend, immer auf der Suche nach einer schönen Muschel, das Ende des Momentes nicht vorausahnend.

Quel livre emportez-vous ?
Ich erfreue mich immer der persönlichen Empfehlungen. "Das" Reisebuch hab ich jedoch noch nicht gefunden. Fragebände wie etwa Frischs "Fragebogen" find ich unterwegs fast am reizvollsten.

Les vacances qui ont changé votre vie ?
Meine Russland-Asien-Reise 2005. Inwieweit und inwiefern diese mich und meinen Weg jedoch mitbeeinflusst hat ist kaum zu beurteilen.

Là ou vous n’irez jamais ?
Tief ins Meer. Ich leide an umgekehrter Höhenangst.

Face à la mer, à quoi pensez-vous ?
An Demut vielleicht. Man wird leicht melancholisch in Anbetracht des Meeres. Natürlich auch an die Ferne, ans gegenüberliegende Ufer. Und es gibt durchaus auch romantische Assoziationen. Zudem ans Zitat von Grass ("wie schön man wird, wenn das Meer zuschaut") und an den absurden Akt eines Selbstmörders aus Camus' "Sisyphos", der im Meer seinen Tod und gleichzeitig die Vollendung der Absurdität fand.

Quel voyage a formé votre jeunesse ?
Unter anderem die Interrail-Reise nach Italien und Griechenland. Ein schönes, wichtiges, lehrreiches Erlebnis.

Une seule chose à faire, laquelle ?
Gehen.

La maison du bonheur, elle est comment ?
Ich habs mir als Kind immer ein wenig so wie den Wohnwagen von Herr Löwenzahn vorgestellt (Bild).