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Dienstag, 5. Januar 2010

Pferd

Er hatte sich ein Pferd gekauft. Eines mit schöner Musterung, hinten grau und weiss, vorne braun. Es hatte ihm sogleich gefallen. Nun ritt er voraus und davon, aus der Stadt hinaus und hin zum Meer, wo er ein Schiff nahm, übers Meer. Er erreichte fremde Länder und Welten, reiste durch Gegenden, die er noch nie gesehen hatte, die er nie mehr sehen würde. Und er mochte die Vielfältigkeit der Welt, er mochte all die Menschen, denen er begegnete, sie waren ihm freundlich gesinnt.
Am Abend war er stets so müde, dass er sogleich einschlief und sich seinen frohen Träumen hingab. Und am Morgen ritt er weiter, den ersten Sonnenstrahlen entgegen, bis er hungrig war, rastete und ass, seinem Pferd Wasser und Hafer holte. Er wusste, dass seine Reise noch lange dauern würde, die Welt und das Leben schienen ihm unbegrenzt, unerschöpflich. Doch würde er recht behalten?

Freitag, 11. Juli 2008

AN EINEM BAHNDAMM WOHNTE EINE ALTE SCHNECKE. Jeden Tag ärgerte sie sich über einen vorbeifahrenden Zug. Einmal beim Essen ärgerte sich die Schnecke. Dann ist sie schlafen gegangen. Am Morgen sagte die Schnecke: „Das will ich denen austreiben.“ Sie kletterte über den Bahndamm und stellte sich zwischen die beiden Schienen und streckte ihre Fühler aus. Der Zug ging auf die andere Seite und die Schnecke sagte: „Er ist ein Feigling.“

Kurzgeschichte gefunden auf einem Bild in der Quart Monde-Ferme in Treyvaux (Ansicht oben). Bei einem allfälligen, jederzeit willkommenen Besuch würde sich beispielsweise diese Route anbieten.