Montag, 25. September 2006

Nostalgie

Sie erinnern sich, als es das letzte Mal Nostalgie hiess? Vor rund 9 Monaten begann das unddachsische Bloggerleben, ursprünglich gedacht um Berichte von meinem (Her tsanga-tsanga) Abenteuer in Norwegen und Mozambique zu berichten. Damals sah das etwa so aus:

Nun, Sie kennen die Geschichte, ich landete nicht im Humanacontainer. Ja wie schnell sich das Blatt doch wendet; Schauen Sie selbst, was neulich in Trondheim beobachtet wurde:


Sonntag, 24. September 2006

der atlantik


und dachs sieht das meer

Mittwoch, 20. September 2006

Transcamerounais

Es ist das strahlende Kind mit den glaenzenden Augen; das Motorrad ohne Licht auf den Strassen des Nordens; das unersaettliche Kleinkind an der Brust seiner Mutter; dieser bettelnde Mann auf dem rauhen Asphalt; der Anblick der Natur in ihrer unerschoepflichen Vielfalt; es ist das wohltuende Gefuehl in der Kehle beim Genuss von frischem Wasser.
Es ist die Welt. Es ist der Mensch. Es ist das Leben.
Es ist Erleben.

Bilderreise


Schön, dass Bilder und Erinnerungen nicht vergehen, sich tief in unser Herz prägen, sich ins Innere übertragen, uns einer stillen inneren Melodie gleich täglich ein wenig lächeln lassen - auch und gerade hier, in dieser ersten Welt, in der wir Sieger so verloren dreinblicken.

Was Peter weiss...

"Der Professor sagt, du bist wie eine Fata Morgana. Er sagt, man sieht ein schönes Bild und stürtzt darauf zu, aber dann verschwindet es, und man wird es nie, nie wiedersehen. Und dann verliebt auch sie sich in ihn, und küsst ihn auf den Mund. Nur einmal. Aber der Pater - das ist ein Onkel von ihr - der sagt, wenn man merkt, dass man glücklich ist, ist das Glück schon vorbei. Und am Schluss heiratet sie doch den Kronprinz. Und der Professor geht weg. Weil er sagt, du bist wie ein Schwan. Immer auf dem See, majestätisch und ruhig. Doch das Ufer wirst du nie betreten. Weil ein Schwan, wenn er ans Ufer geht, wie eine dumme Gans aussieht. Ein Vogel sein und niemals fliegen, sagt er, von einem Lied träumen, aber es niemals singen dürfen."

Peter Stamm ist ein Schweizer Autor. Der publizierte Ausschnitt stammt aus dem Buch Blitzeis, einem Geschichtenband. Herr Stamm lebt immer noch auf der Erde.

Dienstag, 19. September 2006

1000

Herzlichen Dank, Lesertum des unddachs Blogs. Seit wir mit unseren peinlichst genau geführten Erhebungen begonnen haben, seit wir begonnen haben jeden von Ihnen in unserer Datenbank aufzuzeichnen und nun eine Studie über das Leseverhalten von Bloglesern in unterschiedlichem Alter herausgeben werden, seit dann, sehr verehrtes Lesertum haben 2000 Augen unsere Beiträge durchforscht. Die Augen Nr. 1999 und Nr. 2000 gehören laut unseren Berechnungen der ein und selben Person, welche gestern Abend um genau 22:55:07 die unddachs Seite gewählt hat, einen Netscape Navigator auf einem Macintosh benutzt, und zwar mit einer Bildschirmauflösung von sage und schreibe 1024x768.
Kommt Ihnen dies bekannt vor? Sollten Sie so gütig sein uns Ihre Adresse mitzuteilen schicken wir Ihnen gerne das Jubiläumsgeschenk.

Einen schönen Tag allerseits.

Samstag, 16. September 2006

Ausgeträumt

Ausgeträumt-dies heisst es für die ehemals hoffnungsvolle Kuh Sarina aus dem Stalle von Thöni Bärtu in Brienz. Aufgrund ihres schweren Sturzes nahe der Sommerresidenz Rinderbüel sind wohl all ihre Hoffnungen vom grossen Miss Schweiz Titel vorbei. Sarina war die grosse Hoffnung der Familie Thöni, welche ganz betrübt feststellen musste, dass auch operativ für Sarina nichts mehr zu tun ist. So stehen Sarinas Chancen nächsten auf IhremTeller zu landen gut, es sei denn jemand erbarme sich ihrer und rette sie vor dem Schlachthof.
Liebes unddachs-Lesertum, spenden Sie jetzt damit wir Sarina kaufen können; denken Sie daran wenn Sie das nächste Mal die sterilen Packungen in der Fleischauslage sehen; Ob da wohl Sarina drin liegt?

Postkonto: 30-586463-1 Betreff: Ein Leben für Sarina

Dienstag, 12. September 2006

Montag, 11. September 2006

Eigenes Auto?

Guten Tag Herr und Frau Blogleser,
ich ahne schon wie Ihnen geschieht. Sie haben Familie und Haus, doch fehlt Ihnen das Auto? Sie möchten in die Ferien fahren, doch aus Angst vor Diebstahl wagen Sie nicht Ihr neues Auto mitzunehmen? Nach dem Augustkälteeinbruch haben Sie bereits die Winterreifen auf Ihrem Auto montiert, und im September wieder auf Sommerreifen gewechslet und nun haben Sie genug vom Reifenwechseln? Jegliche Elektronik in einem Auto macht Sie krank?

Für Sie alle hat unddachs DAS Angebot, ein Schnäppchen, eine einmalige Chance und dies selbstverständlich nur hier: Einen Land Rover 88 Serie III, in beiger Farbe aus dem Jahre 1983. Zeichnet sich durch die typischen Land Rover Eigenschaften wie Fahrvergnügen (Traktorfeeling inklusive), Robustheit (jahrelange Planalperfahrung) und Bequemlichkeit (7 Plätze und ein Gepäckträger) aus.
Greifen Sie jetzt zu, für lausige 2500.- Franken gehört er Ihnen, der Land Rover 88 Serie III. Aber schauen sie selbst:




Sonntag, 10. September 2006

hans

Hans im Glück ist tot; Die Menschheit hat ihn umgebracht.
Der Tag ist vorbei, es bleibt uns die Nacht.
Doch solange der Mond ein Planet zu bleiben bleibt,
solange die Sonne zu scheinen scheint,
will ich mit euch mitgehn,
nicht untergehn, nicht danebenstehn,
darüberstehn, nicht zusehn,
mitdrehn, mitdrehn....

auf dem nach Hauseweg, 9.9.06, ferdinand gerhard zu RJD2

Montag, 4. September 2006

Live II

Mit den Bäumen wird im Herbst jeweilen auch das Konzertprogramm bunter, deshalb hat sich unddachs die Mühe gemacht und Rosinen gepickt.
Für weitere Daten und Mitfahrgelegenheiten kontaktieren Sie bitte die Kommentare.

15.9. Element of Crime. Fri-son, Fribourg
27.9. Jan Delay. Schüür, Luzern
30.9. Slangnacht. Rote Fabrik, Zürich

7.10. Blackmail. Schüür, Luzern
16.10. Rahzel. X-tra, Zürich
18.10. Snowpatrol. Rohstoffager, Zürich
20.10. KuttiMC. Bad Bonn, Düdingen
20.10. Jurassic 5. X-tra, Zürich
26.10. Kaizers Orchestra. Rote Fabrik, Zürich
28.10. Dilated People. Rote Fabrik, Zürich
31.10. Archive. X-tra, Zürich

Vorschau November:
4.11. Polar im Moods, 25.11. Yo la tengo im fri-son und 30.11. Two Gallants im Abart.
Es wurde bei mehreren Konzerten jeweils nur ein Konzert ausgewählt, und zwar das im symbiosenvergleich beste.

Sonntag, 3. September 2006

realitäten

Realitäten der Alp...

...Seriösität: wenn der Albi erzählt, dass er von Juni bis September anstatt in der Schule auf der Alp war.

...Musikalität: "Patent Ochsner isch Haschmusig"

...Genialität: Tassen mit einem vermeindlichen Spalt werden, um halbe Sachen zu umgehen, vorsichtshalber mal auf dem Boden zerschlagen; von Albi.

...Absurdität: Bio Bauern verdienen häufig zu wenig um selbst Bioprodukte kaufen zu können.

...Kollegialität: Einer wollte keinen Schnaps trinken, da wurde er ihm ins Gesicht geschüttet, "Stinken musst du trotzdem!"

...Sterilität: wenn Planälpler miteinander sprechen, Einer leiser als der Andere und falls möglich die Augen zu Boden gerichtet.

...Stabilität: Schnuderdölf auf dem Motorrad, Schnuderdölf? Ist derjenige Planalper der es fertigbrachte zweimal die gleiche Frau zu heiraten und dabei 1000.- Franken verdiente, oder seinem Sohn die Freundin ausspannte mit welcher er immernoch verkehrt, wenn nicht gerade der "Moudi" bei ihr ist.

denn täten müssen taten folgen. tsangatsanga ist wieder zu Hause. Käse kann bestellt werden.

Donnerstag, 31. August 2006

Voyage camerounais



Ich bin in Afrika. Eine Woche nun, eine lange Woche. Kamerun lebt, lacht, ist in der stetigen Unzufriedenheit zufrieden, man hofft.

Die eine Tatsache frisst sich hier taeglich, stuendlich tiefer in mein Bewusstsein: Ich bin weiss. White men can pay.
Die Armut in dem im afrikanischen Vergleich relativ wohlhabenden Kamerun ist erschreckend, was ueber das taegliche Brot und ein dichtes Dach hinausgeht, bleibt fuer viele unerreichbar. Glueck heisst hier: Ueberleben.

Der Traum von Europa lebt, in scheinbar jedem, ueberall, immer. Und ich, Schweizer, koennte Bruecke sein, koennte ein Tuerchen oeffnen - viens, mon ami!

L'homme blanc ist nie allein in Afrika. Und doch bleibt ein Graben zwischen Isaak, Ismael, Mama, Boris oder Balthasar und mir, eine Barriere, die nicht zu oeffnen ist. Wieso? Weil unsere Freundschaft nicht bedingungslos, nicht ausgeglichen sein kann; zu gross die Differenz zwischen Arm und Reich, zu gross und wichtig sind Wunsch und Ziel, dem Elend zu entfliehen.

Doch der arme Schweizer ist des afrikanischen Bettlers Bruder, Afrika ist naeher als wir denken, als ich dachte. Ich bleibe Staunender, Fremder, Weisser in dieser Welt; das wird sich kaum, vielleicht nie aendern.

Das Schoene aber ueberwiegt bei Weitem, bevor jedoch die Welt dem (endlich)Glaube schenkt, muessen die Afrikaner daran glauben lernen.
Dieser Kontinent ist eine Reise wert; gehend, denkend, fuehlend. Afrika hinterlaesst Spuren...

Sonntag, 20. August 2006

Sinn: Reise ins Nichts

Warum wir reisen? Weil wir leben, Mensch sind und werden, weil wir Kind bleiben möchten, staunend, schweigend dem grossen Schauspiele lauschend, weil wir Heimat verlieren, finden, wiederentdecken wollen, weil wir den steilen, schwierigen Bergweg des Ichs bewandern sollen und müssen, weil das Leben genau hier, genau jetzt stattfindet, weil wir es annehmen, gestalten, erschauen, fühlen, lieben lernen. Und weil die Sehnsucht nach Welt, nach Bruder und Schwester in der Ferne - nach uns - die Flügel öffnet, uns dem wohligen Nest entlockt, uns den Himmel zur Heimat macht. Nun, bis bald, ihr Vögel, Kamerun wartet, ich warte; Let the good times roll...

Donnerstag, 17. August 2006

Weltwoche-Gesetze

1-Indianer sind die mit den Federn, nicht die mit dem Punkt auf der Stirn.
2-Schnell gesprochen klingt Tourist wie Terrorist, was ja auch nicht ganz falsch ist.
3-Softies sind Versager.
4-Eines der wichtigsten Dinge auf der Welt: wenn Kellner deinen Namen kennen. Dass Frauen deinen Namen vergessen, gut, damit kann man leben. Aber Kellner sollten ihn sich merken.
5-Frauen dürfen- ohne vorher zu fragen- vom Teller des Gegenübers probieren.
6-Der Himmel ist blau, Wasser ist nass, und Frauen haben Geheimnisse.
7-Gegensätze ziehen sich an beziehungsweise Gleich und Gleich gesellt sich gern.
8-Wer unten liegt muss weich sein.
9-Am Ende eines Pornofilms wird nie geheiratet.
10-Mutter und Rock'n'Roll haben immer Recht.
11-Billig kann jeder.
12-Die Musik muss zum Lied passen.
13-Menschen sterben, und andere kriegen ihren Job-so ist der Kreislauf.
14-Wenn man sich beim Telefonieren verwählt ist die Nummer nie besetzt.
15-Hätte das Leben einen Sinn, gäbe es keinen Fernseher.
16-Das Ziel muss sein: sich selbst nicht zu enttäuschen.
17-Ein Leben mit deutschem Rap ist ein fetter Irrtum.
18-Die Freiheit, die FKK geben soll, wird völlig überschätzt.
19-Wären ale Menschen gleich gäbe es nur Sitzplätze.

19 mal Ingolf Gillmann mit ungeschriebenen Gesetzen aus Die Weltwoche Nr.26/06

Mittwoch, 16. August 2006

von fuchses, thönis und hanselis

Als letzeten Samstag Thöni Ueli in Brienz heiratete waar auch Thöni Kaspar von der Planalp eingeladen, allerdings Thöni Werner und Thöni Ernst genausowenig wie Thöni Albi. Sehr wohl ging der Hanseli Sam, der auch Hüaho genannt wird, dort hin, der noch kurz bei Thöni Bärtu vorbeischaute, welchem die Teilnahme am Fest hingegen wieder verwehrt blieb. Dies war vielleicht auch besser so, denn letzten Samstag war auf der Planalp Zügeltag, die vom Gummi gingen ins Greesgi, Thöni Albis vom Rinderbüel an Mittlesten nur die vom Obristen blieben, denn Thöni Kaspar war ja zum Hochzeit von Thöni Ueli eingeladen. Vielleicht war da auch der Matrose, welcher sich so nennt weil er sich sonst auch Thöni nennen müsste, und von denen gibt es ja schon ein par. Er ist übrigens nicht der einzige Brienzer mit einem wohl klingenden Übernamen, auch nicht weiter verwunderlich wenn es in einem ganzen Dorf so an die fünf Geschlechtsnamen gibt. Die Hanselis wären eigentlich Michel, und sind wohl Spitzenreiter. Meine Dynastie sind die Thöni Albis, dessen Vater war ein Thöni Albert, und der hat wiederum einen Grosskind namens thöni Albert. Dessen Sohn heisst nun aber Quirin.Danke.

Donnerstag, 10. August 2006

I'm a loser baby, so why don't you kill me?

Es herrscht Krieg, wieder und wieder. Tausende Kilometer entfernt, sitzend, müssig, kann ich doch in diesen Krieg eintauchen, ihn spüren, der Menschen Geschichten lauschen. Das globale Dorf bringt mich jenem näher, der, weit entfernt, im Bunker, vielleicht, auf den nächsten Einschlag wartet, dessen Stimme uns die brutale Unmenschlichkeit des Krieges lehrt.
Schreit einer jedoch vom Rande unseres Dorfes - Gleiches oder Schlimmeres - verklingen seine Gebete und Bitten alsbald an den hohen Mauern unserer Vorgärten. Wo liegt eigentlich Darfur?

You have to lose / You have to lose / You have to learn how to die / If you want to want to be alive
Wilco, "War on War"

Dienstag, 1. August 2006

Meine Hütte. Arbeiten als Hüttengehilfe.


Sieht eigentlich noch gemütlich aus.
Doch das Hüttenwartsehepaar verstand es alles zu vermiesen.
Trotzdem siehts gemütlich aus.

Montag, 31. Juli 2006

Katerfreundschaft

Manchmal, wenn ich hier weile, halb müssig, halb fleissig, kommt lautlos
Durch die Dschungel des Garten und Weinbergs Löwe gegangen,
Unser Kater, mein Freund, mein Brüderchen. Zärtlich miaut er,
Reibt den gesenkten Kopf an mir, blick flehend, und wirft sich
Mit gelösten Gliedern zu Boden, zeigt Bauch mir und Kehle,
Die er stets schneeweiss trägt, und fordert zum Spielen heraus mich.
Öfter auch springt er, genauestens zielend, mir rasch auf die Schultern,
Schmiegt sich an mich und verweilt, sanft schnurrend, bis er genug hat.
Andere Male grüsst er nur kurz im stillen Vorbeischlich,
Ist gedankenvoll, hat im Walde zu tun, und verschwindet
Mit dem vornehmen Gang, der Siamesin Sohn, unser Löwe.

Hermann Hesse
Aus: Stunden im Garten

Freitag, 28. Juli 2006

Auf der Alp - oder: dem Himmel ein Stück näher

Tsanga verbringt den Sommer auf der Alp. Bei den Kühen, in der Natur. Und wahrlich, ein schönes Stück Welt ist sein Zuhaus. Mit einem lieben Gruss hinauf in die Berge und dem Hinweis, dass ob jeder weiten Reise übere Meere und Ozeane das beeindruckend Schöne vor der Haustür nicht vergessen werden darf.

Ein kurzer Einblick ins Bergleben des Tsanga-Sennen

(Das Video scheint nur zu funktionieren, wenn man es lokal speichert. Deshalb: Rechte Maustaste, Option "Speichern unter" wählen - ansehen.)

Sonntag, 23. Juli 2006

Le tour

Einige Impressionen einer Veloreise durch die Schweiz ans französische Mittelmeer.





Donnerstag, 13. Juli 2006

download der woche

Die beliebteste aller Blogserien ist wieder zurück! Yuhee. Und es gibt guter Grund zur Freude. Zum download gibt es aus aktuellem Anlass des Montreux Jazz Festival ein Lied von der Gruppe Clap Your Hands Say Yeah! die am Sonntag vor einer Woche ein gutes Konzert in der Miles Davis Hall spielten.

Voilà, das Überlied vom Erstlingswerk:
Rechts Klick (oder ctrl-Klick) auf den Link und "Vernknüpfte Datei laden" wählen. Viel Spass!

Sonntag, 9. Juli 2006

Le dernier magicien


Ein letzter Tanz des alten Mannes, ein Geniestreich vielleicht, eine letzte Erinnerung an einen Spieler, der den Fussball wie kein anderer verstanden hat. Er, der in diesem grossen, zweifelhaften und in vielerlei Hinsicht anrüchigen Fussballkosmos als vielleicht einziger die Fähigkeit besass, zu schweigen, wenn’s nichts zu sagen gab. Er, der neben dem Platz ebenso menschlich wie auf dem Platz übermenschlich schien. Ein letzter Zauberer auf dem Rasen, ein letzter Anti-Star in einer Welt aufstrebender, explodierender und ebenso schnell verglühender Popsternchen. Adieu, Zizou - möge deine letzte Vorstellung ein Mal noch die eigentliche und ursprüngliche Schönheit des Fussballs zelebrieren.

Mittwoch, 5. Juli 2006

Nils in Montreux














Am Tag...













...und in der Nacht.

Sonntag, 2. Juli 2006

Der Sturm

Erlebt nebst einigen grandiosen Konzerten, unter anderem von Archive am Southside Festival.

Der Sturm dann kam Der Marsch und Der Trommelwirbel

tsanga auf der planalp.momente der alp

...auf dem melchstuhl sitzend zum stall hinaus das alpenpanorama und den brienzersee sehen

...der erste schluck bier nach einem langen arbeitstag

...das erste mal bis acht uhr ausschlafen

...kuscheln mit den kalber

..."wiggivogu"

...die gesten des quirin

...wildes herumspringen der kühe, rinder, kalber, ziegen

und wohl noch vieles mehr, denn es ist schön auf der alp. kommen sie doch vorbei, im moment an den mittlesten, in ca. 1 woche an den rinderbüel.


ihr wisst gar nicht wie das ist, wenn man abends schlecht gelaunt den weg entlang geht und ein alphorn erklingt.

Donnerstag, 29. Juni 2006

Der Sonne entgegen


In der Nähe von Gondar begegnete ich einem Menschen, der von Norden nach Süden wanderte. Das ist eigentlich das Wichtigste, was man über ihn sagen kann – dass er von Norden nach Süden wanderte. Ja, man könnte noch hinzufügen, dass er auf der Suche nach seinem Bruder dahinwanderte.
Er war blossfüssig, trug geflickte kurze Hosen und auf dem Rücken etwas, was man früher vielleicht einmal ein Hemd nennen konnte. Darüber hinaus hatte er noch drei Dinge dabei: einen Wanderstab, ein Stück Leinwand, das ihm am Morgen als Handtuch, in den Stunden der Hitze als Kopfschutz und beim Schlafen als Decke diente, und ein hölzernes, verschliessbares Wassergefäss, das er über die Schulter gehängt trug. Geld hatte er keines. Wenn ihm die Menschen unterwegs etwas zu essen geben, dann isst er – wenn nicht, dann zieht er hungrig weiter. Aber er war sein ganzes Leben lang hungrig. Hunger ist für ich nichts Aussergewöhnliches.
Er wandert nach Süden, weil sein Bruder einmal in Richtung Süden aufgebrochen ist. Wann das war? Vor langer Zeit. Auch er selber wandert schon lange Zeit dahin. Er kommt aus den Bergen von Eritrea, aus der Nähe von Keren.
Wie er in den Süden kommt, dass weiss er – am Morgen muss er geradewegs auf die Sonne zugehen. Wenn er jemandem begegnet, dann fragt er ihn, ob er vielleicht Salomon (das ist der Name des Bruders) gesehen hat, ob er ihn kennt? Die Menschen sind über eine solche Frage nicht weiter erstaunt. Ganz Afrika ist in Bewegung, ist auf dem Weg, irrt verloren umher. Die einen sind auf der Flucht vor dem Krieg, die anderen vor einer Dürrekatastrophe, wieder andere vor dem Hunger. Sie fliehen, irren umher, verschwinden irgendwohin. Der Mann, der von Norden nach Süden wandert, ist ein anonymer Tropfen in diesen Strömen von Menschen, die sich durch den schwarzen Kontinent wälzen, getrieben entweder von Todesangst, oder auch von der Hoffnung, einen besseren Platz zum Leben zu ergattern.
Warum will er seinen Bruder finden? Warum? Er begreift diese Frage nicht. Der Grund liegt doch auf der Hand, bedarf keiner Erklärung. Er zuckt mit den Achseln. Vielleicht verspürt er Mitleid mit einem Menschen, den er unterwegs getroffen hat und der, obwohl er gut gekleidet ist, doch um eine ganz wichtige, wertvolle Sache ärmer ist als er selber.
Ob er weiss, wo er sich befindet? Dass der Ort, wo wir jetzt gerade sitzen, nicht mehr in Eritrea liegt, sondern in einem anderen Land – in Äthiopien? Er lächelt das Lächeln eines Menschen, der vieles weiss, der auf jeden Fall eines weiss, nämlich dass es für ihn hier in Afrika keine Grenzen und keine Staaten gibt – nur die verbrannte Erde, auf der ein Bruder seinen Bruder sucht.

Aus: "Afrikanisches Fieber" von Ryszard Kapuśziński

Freitag, 23. Juni 2006

Bilder aus der WM Stadt Stuttgart














Fabian und Goleo der WM Löwe














Schlafplatz fünf Fussminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Wilde Hasen gesichtet.














Schweiz Fans auf dem Schlossplatz mit drei Grossbildschirmen.














Das Länderspiel. Wieder einmal hat Deutschland verloren, weil sie gewonnen haben.

Sonntag, 11. Juni 2006

Was Henker zu berichten wissen










DER ANDERE (Henker) Ihren Leib kann ich nehmen, Herr, der ist der Gewalt verfallen, denn alles, was in Staub zerfällt, ist ihr unterworfen, aber wofür sie gekämpft haben, darüber habe ich keine Macht, denn es gehört nicht dem Staub. Dies ist, was ich, ein Henker, ein verachteter Mensch, von den Unschuldigen lernte, die mein Beil fällte und die sich nicht wehrten: Dass einer in der Stunde seines ungerechten Todes den Stolz und die Angst, ja auch sein Recht ablegt, um zu sterben, wie Kinder sterben, ohne die Welt zu verfluchen, ist ein Sieg, der grösser ist, als je ein Sieg eines Mächtigen war. Am leisen Hinsinken der Demütigen, an ihrem Frieden, der auch mich umschloss wie ein Gebet, an der Ungeheuerlichkeit ihres Sterbens, das jeder Vernunft widersprach, an diesen Dingen, die nichts sind vor der Welt als ein Gelächter, weniger noch, ein Achselzucken, offenbarte sich die Ohnmacht der Ungerechten, das Wesenlose des Todes und die Wirklichkeit des Wahren, über die ich nichts vermag, die keine Scherge ergreift und kein Gefängnis umschliesst, von der ich nichts weiss, als dass sie ist, denn jeder Gewalttätige ist eingeschlossen in das dunkle, fensterlose Verlies seiner selbst. Wäre der Mensch nur Leib, Herr, es wäre einfach für die Mächtigen; sie könnten ihre Reiche erbauen, wie man Mauern baut, Quader an Quader gefügt zu einer Welt aus Stein. Doch wie sie auch bauen, wie riesenhaft nun auch ihre Paläste sind, wie übermächtig auch ihre Mittel, wie kühn ihre Pläne, wie schlau ihre Ränke, in die Leiber der Geschändeten , mit denen sie bauen, in dieses schwache Material ist das Wissen eingesenkt, wie die Welt sein soll, und die Erkenntnis, wie sie ist, die Erinnerung, wozu Gott den Menschen schuf, und der Glaube, dass diese Welt zerbrechen muss, damit sein reich komme, als eine Sprengkraft, mächtiger denn jene der Atome, die den Menschen immer wieder umprägt, ein Sauerteig in seiner trägen Masse, der immer wieder die Zwingburgen der Gewalt sprengt, wie das sanfte Wasser die Felsen auseinanderzwängt und ihre Macht zu Sand zermahlt, der in einer Kinderhand zerrinnt.

DER MANN Binsenwahrheiten! Nichts als Binsenwahrheiten!

DER ANDERE Es geht heute nur um Binsenwahrheiten, Herr.

Aus: "Nächtliches Gespräch mit einem verachteten Menschen", Friedrich Dürrenmatt, 1951

Donnerstag, 8. Juni 2006

Kööööööööööööööööööööbi


Für alle, die sich wünschten, Streller hätte in Istanbul den Pfosten getroffen:

Anti-WM-Rap

Allen anderen einen genüsslichen Monat, insbesondere den Italienern, die werden nämlich Weltmeister, oder nicht?

Melken, Mähen, Käsen


Da Ferdinand-Gerhard den Sommer auf einer Alp im Berner Oberland zu Verbringen gedenkt, müssen wir bzw. unsere Blog-Familie einige Wochen ohne ihn und seine Beiträge auskommen. Vorbestellungen für den bereits jetzt für Furore sorgenden und durch seine einzigartige Würzigkeit herausragenden Tsanga-Tsanga Alpkäse können an dieser Stelle vorgenommen werden.

Mittwoch, 24. Mai 2006

und dachs fotografiert...

...auf der balkanreise folgendes


























Fotos: Mostar, Mostar, Sarajevo, Belgrad, Tirana, Vuno, Sveti Naum (von oben nach unten).
Route: Slovenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien, Makedonien, Bulgarien,Istanbul.

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Reisen ist tödlich für Vorurteile.
Mark Twain

Sonntag, 23. April 2006

und dachs sprach...

....es werden ferîen, und es wurden ferien. Und so kam es, dass herr oganga, herr beethoven und herr tsangatsanga verreisten.

Sonntag, 9. April 2006

was peter weiss...

Sophie: Wo bleibst du? Ich habe auf dich gewartet. Ich will in deinem Schatten sitzen, ich will deine Früchte kosten.
Reinhard: Sophie! ... was für ein seltsames Kleid.
Sophie: Das habe ich extra für dich angezogen. Das Hochzeitskleid meiner Mutter
Reinhard: Ein Brautkleid?
Sophie: Heute Nacht werden wir uns vermählen.
Reinhard: Ich gehe mit deinem Vater auf die Jagd. Ich werde mit ihm reden. Er kann dich nicht zurückhalten. Der Tod und die Liebe lassen sich nicht aufhalten.
Sophie: Auf die Jagd. Das ist schön. Da musst du mir einen Hirsch schiessen.
Reinhard: Ich kann nicht schiessen.
Sophie: Dann muss Vater mir den Hirsch schiessen. Mein Hochzeitsgeschenk. Einen schönen Hirsch mit einem grossen Geweih und einem langen Schwanz.
Reinhard: Was willst du denn mit einem Hirsch anfangen?
Sophie: Ich esse ihn auf. Dann kann ich springen wie er.
Reinhard: Auf und davon mit mir.
Sophie: Ich will nicht davon. Hier ist es doch schön.

Peter Stamm ist ein Schweizer Autor. Sein Bruder heisst Bernhard Stamm.

Freitag, 31. März 2006

download der woche

Das Nils'sche Qualitätssiegel für einen gratis Download geht diese Woche an das Hip Hop Kollektiv Subtle. Herzliche Gratulation.



Ach wie langweilig. Auch diese Woche ein Preis für das erweiterte Umfeld von Anticon. Aber interessante Musik ist es ja schon. Subtle ist die melodiösere Version von Themselves. Die Themselves Crew (Dose One, Jel & Dax) hat sich um ein paar Musiker erweitert, zum Label "Lex Records" gewechselt und schon war Subtle geboren.

Zum hören gibt es die erste Single "F.K.O." von ihrem Debut Album "A New White". Dringend Empfohlen.
Rechts Klick (oder ctrl-Klick) auf den Link und "Vernknüpfte Datei laden" wählen. Viel Spass!

Ps. Es gibt noch etwas zu gewinnen. Wer als erstes herausfindet für was die Abkürzung "F.K.O" steht gewinnt zwei Cervelas. (Und diesesmal werden sie wirklich ausgeliefert). Also... ran an den Speck!