Montag, 22. Dezember 2008

mit den besten wünschen für euch zu weihnachten, geburtstagen, ostern und neujahren verabschiede ich mich von der dachsmania.

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Zeit


Es gibt immer wieder Momente, in denen man sich so seine Gedanken macht, über die Zeit, oder über die Zeitachse. In Momenten vielleicht, in denen man hinausschaut, und merkt, wie schnell der Schnee gekommen ist und wieder geht, man sieht, wie die Blätter braun und gelb werden und von den Bäumen fallen, oder man feststellt, dass der Kaffee kalt geworden ist . Oder eben, wie bei mir, in Momenten, in denen das zweitletzte Semester zu Ende gegangen ist, und es darum geht, sich konkreter zu überlegen, wie es weiter gehen soll. Wo sich Angst mit Neugier,
und Wehmut mit dem Wunsch nach Veränderung mischen, man aber letzlich weiss, dass sie ohnehin nur eine Richtung hat, die Zeit. Manchmal wünscht man, sie anzuhalten, zu vergessen, zurückzudrehen oder auch vorwärts. Und dennoch gilt schliesslich, mit ihr zu gehen, nicht einfach so, nicht blind, aber so gut es geht, Schritt zu halten.



Montag, 15. Dezember 2008

Weihnachtswunsch

Hier im Voraus mein Weihnachtswunsch: Der Rücktritt folgender Staatsoberhäupter, spontan zusammengestellt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Robert Mugabe (Simbabwe)
Kim Jong-Ill (Nordkorea)
Hugo Chavez (Venezuela)
Idriss Deby (Tschad)
Omar Bongo Ondimba (Gabun)
Paul Biya (Kamerun)
Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (Äquatorialguinea)
Umar Hasan Ahmad al-Bashir (Sudan)
Tan Shwe (Myanmar)
Islam Karimow (Usbekistan)
Aljaksandr Ryhorawitsch Lukaschenka (Weissrussland)
Muammar al-Gaddafi (Lybien)
König Abdullah (Saudi-Arabien)
Seyyed Ali Chamenei (Iran)
Hu Jintao (China)
Gurbanguly Berdimuhammedow (Turkmenistan)
Isayas Afewerki (Eritrea)

Und das ist wohl nur die Spitze des Eisberges. Wen hab ich vergessen?

Mittwoch, 10. Dezember 2008


Endlich wieder einmal ein Bundesrat mit Humor.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Bruxelles IV - Das Dazwischen (II)

Nach der fotografischen Abbildung meines Uniweges in Zürich nun der Versuch desselben in Brüssel.
Folgend wie gewohnt einige Informationen für den interessierten Leser:
Fotografiert: heute Sonntag (sonst wär etwas mehr los auf den Strassen). Wetter: erster Sonnentag seit gefühlten 28 Jahren; denkt also nicht, es sähe hier immer so aus. Von mir normalerweise benutzte Fortbewegungsmittel: anfangs das Velo, jetzt immer zu Fuss, da das Velo einen Platten hat, ab und zu auch den Bus. Distanz: ca. 1,3 km. Benötigte Zeit zu Fuss: ca. 12-15 min. Zu überquerende Kreuzungen unterwegs: sieben. Auswahl an Läden, die passiert werden: Chicken Corner, 3 Kiosks, 2 chemische Reinigungen, 2 Copy-Shops, 1 Fritten-Bude, Colruyt (flämischer Billig-Supermarkt), Renault-Hauptvertretung in Belgien. Merkwürdigstes Ereignis bei der heutigen Fototour: ein stehender Hund auf einem Pferd auf der Strasse (siehe Bild).

Hier gehts zur gesamten Bildstrecke

Freitag, 5. Dezember 2008

Bruxelles III – L'auberge espagnole

Mit grossen Schritten neigt sich meine Zeit hier ihrem Ende zu. Es waren drei kurze Monate seit Mitte September, vollgepackt mit einer Fülle an Neueindrücken, Erlebnissen, Bekanntschaften und interessanten, unverhofften, immer jedoch lehrreichen Momenten. Ich hab Brüssel als neues Zuhause schätzen gelernt, hab einiges über Europa und seine Bewohner, über seine Besonderheiten und seine Vielfältigkeit, über Verbindendes genauso wie über Trennendes erfahren und miterleben dürfen. Erasmus… diese mit vielen teils richtigen, teils komplett verkehrten Vorurteilen behaftete Erfahrung hat mir neue Wege aufgezeigt, mich zum Denken angeregt, mich wiederum stärker verändert und geprägt, als ich dies zuvor erwartet hätte. Ich geniesse diese letzten Tage hier vor Weihnachten, im Wissen auch, dass die im Januar anstehenden Prüfungen weitere aufregenden Tage oder Nächte wohl kaum zulassen werden. Und irgendwie werde ich doch auch einiges vermissen, zuhause in der schönen, sauberen, kleinen Schweiz, wo viel Schönes auf mich wartet, unter anderem aber auch die etwas farblose alltägliche Normalität, mit der man sich hier weniger konfrontiert sieht. Die Abende, an denen wir zu fünft, zu sechst in eine der kleinen Bars Brüssels gehen, ein, zwei der grandiosen belgischen Biere trinken, auf Französisch über Dies und Jenes reden, uns trotz noch nicht ganz ausgereifter (und doch immer besser werdender) Sprachkenntnisse verstehen, einiges über Spanien, Italien, Deutschland, Korea oder Litauen erfahren, uns damit immer auch selbst begegnen und ganz in diesem speziellen Moment versinken, wohl etwas jugendlich naiv, träumerisch, hoffnungsvoll und voller Tatendrang. Und jeder trägt seine spezielle Geschichte mit sich, scheint offen, diese zu teilen, die Distanz zum Daheim schafft Freiräume für vieles, was Zuhause ungesagt bliebe. Offenheit - das war wohl mein grösster Lehrplätz hier. Die Fähigkeit, auf Leute zuzugehen, die Einsicht, dass die anfängliche Diskussion ums belgische Sauwetter nichts Schlechtes an sich hat. Die Suche nach Einsichten jenseits der Norm wird so etwas relativiert, das Normale, Bürgerliche verliert (teilweise) sein Schreckgewand.
So komm ich also mit einem Rucksack voller neuer Eindrücke, Bekanntschaften und einiger neuer Französischvokabeln zurück (am 18.12) und werde dann bald schon ein zweites Mal losziehen, in die andere Richtung. A rolling stone gathers no moss.

L’auberge espagnol ist einerseits ein französischer Film, der über das Leben eines Erasmusstudenten in Barcelona berichtet, andererseits eine franz. Redewendung, die wie folgt definiert wird: lieu où l'on doit amener ce dont on aura besoin.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Donnerstag, 27. November 2008

Tagesablauf

suchen, grübeln, umherschweifen, abschweifen, träumen, sinnen, durchforschen, beobachten, erkunden, wahrnehmen, erblicken, hinsehen, horchen, lauschen, entdecken, spüren, fühlen, reflektieren, fantasieren, studieren, rätseln, analysieren, überlegen, skizzieren, aufzeichnen, notieren, brainstormen, tüfteln, entwerfen, experimentieren, entwickeln, basteln, ausprobieren, definieren, artikulieren, erörtern, formulieren, fabulieren, auslegen, vergleichen, abwägen, selektieren, begrenzen, ergänzen, vertiefen, entwickeln, hinauszögern, zaudern, aufschieben, abwarten, ausweichen, zirkulieren, entscheiden, anfangen, zusammensuchen, besorgen, eilen, planen, organisieren, auftreiben, durchsuchen, durchforschen, durchstöbern, sammeln, anschaffen, zusammentragen, anordnen, gliedern, aufbauen, kratzen, scharren, formen, modellieren, kneten, bauen, errichten, verschieben, verbinden, befestigen, behängen, verzieren, dekorieren, konstruieren, zuschneiden, kleben, zeichnen, kritzeln, stricheln, malen, klecksen, pinseln, schmieren, einfärben, besprühen, vermischen, pfuschen, sudeln, unterbrechen, betrachten, überdenken, einschätzen, bewerten, kritisieren, verunsichern, verwirren, unterschätzen, abwerten, zögern, zagen, zweifeln, hinterfragen, stocken, verkrampfen, verfangen, erstarren, zurückschrecken, ernüchtern, resignieren, feststecken, aufgeben, verbittern, verzweifeln, zerknüllen, zerreissen, zerfetzen, zerschnipseln, zerlegen, zerstückeln, zerdrücken, zertrümmern, zertrampeln, zerschmettern, zermürben, zerquetschen, zerbröseln, ausschütten, wegwerfen, fluchen, schnauben, , toben, wettern, jammern, ringen, herumirren, innehalten, ruhen, durchatmen, abschütteln, aufrütteln, ermutigen, erfrischen, durchdenken, durchhalten, durchbeissen, aufblühen, erquicken, erstarken, befreien, fortfahren, überwinden, ändern, umstellen, übermalen, überkleben, verschieben, expandieren, verbessern, entwirren, ersetzen, erneuern, zusammenfügen, verknüpfen, improvisieren, wagen, riskieren, zulassen, entfalten, verwirklichen, durchsetzen, vorantasten, vorankommen, annähern, ergründen, überblicken, durchschauen, erkennen, erfassen, begreifen, realisieren, verstehen, finden.

Dienstag, 25. November 2008

Gestern

Es ist einer dieser Herbsttage, die ich allzu gut kenne, an denen ich durch die trostlose Stadt laufe, vorbei an den Orten, die mir so bekannt und doch nicht vertraut sind, vorbei an Plätzen, die ich mit irgendwelchen Erinnerungen verknüpfe, ziellos einen Schritt vor den anderen setzend, bis ich vor lauter Menschen nicht mehr vorwärts komme. Was macht man an einem Tag wie gestern, einem kalten, vom Zibelemärit kläglich unterstrichenen Tag, an dem sich der üble Geruch von Knoblauchbrot, Glühwein und Menschengedränge zu einem zerstörerischen Gift vermischt, bei dem man als einziges Ziel hat, so schnell wie möglich irgendwohin anders hin zu gehen, irgendwo hin, wo man freie Sicht hat, saubere Luft, Ruhe und Wärme, man aber nicht vorwärtskommt, weil da noch viele andere Menschen sind, die dableiben, den Weg versperren, einem mit dem Plastikhammer auf den Kopf hauen und das noch sehr lustig finden? Kopf runter, Hände in die Hosentaschen und weiter.
Ich empfinde ein beklemmendes Gefühl, selbst als ich den Kopf hebe und die grauen Wolken über mir einen kurzen Sonnenstrahl durchlassen. Without you, the blue sky is a waste of time, tönt es von coldplay. So ist es.
Die Frau neben mir beginnt zu weinen, der Mann hinter mir flucht und wettert, die Jungs vor mir betrinken sich, warum das weiss der Geier. Nur nicht hinsehen, hat mir alles egal zu sein. Ich scheine alle Leute um mich herum unglücklich zu machen. In Wirklichkeit bewirke ich aber gar nichts, stehe nur anderen im Weg, wie sie mir in dieser Menge an diesem Tag.
Ab nach Hause, Türe zu, Tee kochen, Bad einlassen und danach einen Film im Bett gucken. Ich gehe nirgendwo mehr hin.
So schnell kann man sich besser fühlen, obwohl man immer seltener glücklich ist, und das Gefühl, dass man sein Leben als elendiglich und beängstigend unberechenbar empfunden hat, verwandelt sich in eine angenehme Gleichgültigkeit, die aber (zum Glück?) bei mir nie lange anhält.
Ich schaue mir "Into the wild" an, so ein Sean Penn film. finde ihn weiss auch nicht wie, irgendwie blöd, aber in meinem Zustand wiederum zu ergreifend, um nicht weiter zu schauen. Da haut dieser Typ doch tatsächlich einfach ab, macht sich aus dem Staub, scheisst auf alles, lebt in Freuden und Leiden in der Wildnis, treibt sich mit Hippies und Nudisten rum, auf der Suche nach Selbsterkenntnis oder auf der Flucht vor sich selbst, während seine Familie zu Hause fast verreckt vor Angst um ihn. Da entschliesst er sich doch noch zurück zu gehen, mit der Aussicht auf eine Frau und Kinder, will sich der Gesellschaft und sich selber stellen, will wieder teilnehmen, sprechen, obwohl schweigen einfacher wäre, scheint glücklich zu sein bei dem Gedanken daran. Kaum zu glauben, dass er dann versehentlich eine giftige Beere isst an der er jämmerlich zu Grunde geht. Die letzten Worte, die er schreibt sind: "Happiness is only real, when it's shared."

Freitag, 21. November 2008

Wieso ist der Hugentobler Andi so gut im Hearts?

Ferdinand Gerhard beantwortet Fragen von Oganga und Beethoven. Die Antwort ist bisher natürlich nur indirekt beantwortet. Hint: Um obiges Fenster kopieren zu können, muss man einige Versuche machen.

Fragmente

Es war kalt in dieser Stadt. Zwar lag kein Schnee, häufig schien gar die Sonne, doch der kalte Wind drang durch die dicksten Mäntel. Die Menschen vermieden es, nach draussen zu gehen, sodass die Strassen merklich leer und farblos schienen. Der Übergang vom Herbst zum Winter, das fade Grau über den Strassen und die nachmittägliche Abenddämmerung verlieh der Stadt den Anschein des Vergänglichen und setzte sich gleichsam in den Gesichtern seiner Bewohner nieder, als leise, traurige Nachdenklichkeit. Am 11. November regnete es. Ich war spät aufgestanden, wie so oft, weil ich häufig bis zwei, drei Uhr wach blieb und las. Ich wusch mir das Gesicht, blickte in den Spiegel und sah, wie jeden Morgen, schrecklich aus. Ich bereitete mir mein Frühstück zu, schlug die Zeitung auf, las zwei, drei Artikel, setzte schliesslich Kaffee auf und blickte aus dem Fenster, wo die grünen Zweige der nahen Tanne dem Herbst trotzten, gerade so, als gäbs keine Jahreszeiten. Die Regentropfen an der Fensterscheibe zeichneten verworrene Linien. Es war windstill. Meine Pläne für den heutigen Tag beschränkten sich, ganz in studentischer Manier, aufs Lesen einiger Texte - eine Arbeit, die normalerweise kaum mehr als zwei, drei Stunden in Anspruch nimmt. Ich trank meinen Kaffee, ungezuckert, schwarz. Irgendwann werde ich sterben, dachte ich. Irgendwann ist hier, an jener Stelle, auf diesem Stuhl ein andrer. Ich kenne ihn nicht. Und er kennt mich nicht. Das Leben ist jetzt, dachte ich. Und es gibt nichts anderes.
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Als ich endlich raus war, nahm ich den nächsten Zug und fuhr aus der Stadt. Da, die ersten Ebenen, Felder, Wiesen und Wälder erblickend, schlief ich ein und erwachte erst Stunden später wieder, es war bereits dunkel. Ich trank und ass, stieg aus, suchte mir ein günstiges Hotel und beschloss, hier zu bleiben. Warum?
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Vieles beginnt, wenn es eigentlich bereits vorüber ist. Der Mensch als reaktives Wesen vermag es nicht anders, er ist nicht dazu geschaffen, sich selbstbestimmend den Weg zu weisen. Das führt, so glaube ich, ins Verderben, oder aber in die Kunst. Und natürlich zur Liebe. All dies sind nichts als Ahnungen, die langsam in mir wachsen, von Zweifel umgeben an manchen Tagen an Stärke und Festigkeit gewinnen, dann wieder blasser scheinen, teilweise fast vollständig auslöschen, nie aber ganz verschwinden. Wohin des Weges? In seiner universellen Bedeutungslosigkeit gefangen mache ich mich Stunde um Stunde neuerlich auf, diese Frage zu beantworten; im Wissen, dass ich scheitern, jämmerlich scheitern werde. Und im Wissen auch, dass dies Scheitern die eigentliche Notwendigkeit unsres Lebens, meiner und deiner Existenz ist.

Sonntag, 16. November 2008

Mein Sonntag

Ich mag den Herbst, zumindest heute. Und ich mag Sonntage, die ich mag, weil ich sie nämlich mehrheitlich nicht mag. Und ich mag das Emmental, und meinen Bruder, und das Nebelmeer und den Napf.

Samstag, 15. November 2008

Bruxelles II – Mein Samstag

Rituale sind die Stützräder einer funktionierenden Alltäglichkeit. Und Rituale sind wohl, so wage ich zu behaupten, gar die Garantie unsres Überlebens, kleine, identitätsstiftende Leitplanken und Wegweiser, die uns davor behüten, uns im Chaos des Nichts zu verlieren, aufzulösen.
Nun ja, diese einführenden Worte waren vielleicht etwas gar zu esoterisch-tiefenpsychologisch, um euch in mein relativ simples, aber mir wichtiges Samstagsritual in Brüssel einzuführen. Tant pis. Jedenfalls hat der Samstag also, wie übrigens auch in der Schweiz, eine besondere Bedeutung für mich hier in Belgien. Und er wird geprägt durch ein kleines, vielleicht typisch urbürgerliches Ritual, das diesem ersten Wochenendtag einen Rahmen gibt, den ich schätzen gelernt habe.
So steh ich also auf, vielleicht gegen zehn, elf Uhr und mach mir mein Frühstück, das meist aus den billigsten und daher nicht sonderlich schmackhaften Carrefour-Müsliflocken besteht. Hierbei hab ich mich stets äusserst ruhig zu verhalten, da mein Mitbewohner Joan, durchwegs ein Nachtgewächs, noch schläft und nicht den Anschein macht, als ob er vor 14 Uhr aufzustehen gedenke. Also bleib ich nicht allzu lange sitzen, hol Jacke und Schal und mach mich mit Nils‘ Drahtesel auf den Weg zu meinem Kiosk, der sich nördlich der Uni befindet und von einem gemütlichen, älteren Herrn mit Brille, Schnauz und Bierbauch betrieben wird. Hier gibt’s – was keine Selbstverständlichkeit ist etwas abseits des Stadtzentrums – die NZZ. Internationale Ausgabe, 2 Euro 40. Meist kauf ich mir zusätzlich noch ein Heftli oder eine Wochenzeitung (heute das „Jeune Afrique“) auf Französisch, stets mit den besten Vorsätzen, die ganzen Artikel aufmerksam zu lesen, Nicht-Verstandenes nachzuschlagen und sowieso: Gas zu geben, diese Sprache immer besser zu lernen. Meist bleibt es denn aber auch bei den guten Vorsätzen, einerseits, weil ich von der Qualität dieser Magazine mehrheitlich ziemlich enttäuscht werde, andererseits, weil ich meinem inneren Wesen nach gerade übers Wochenende nicht immer den Weg des grössten Widerstands suche und mir die französische Lektüre denn auch noch immer nicht so leicht gelingt, wie ich mir das wünschen würde.
Also mach ich mich mit der NZZ unter dem Arm auf zum Place Flagey, der im Herzen des Ixelles-Quartiers liegt und als Zentrum der alternativen Kultur Brüssels gilt. Hier gibt’s eine Menge kleiner, sympathischer Cafés, wovon ich mir eines aussuche, mich an einen grossen Tisch setze, einen Kaffee (hier ohne Milch, das scheints in Belgien so nicht zu geben) bestelle und mich, angefangen mit dem samstäglichen Hauptkommentar auf Seite 1, in die Lektüre stürze. Ich mag die NZZ, das alte Mütterchen. Am liebsten sind mir der erste Teil – „International“ – und der letzte – das „Feuilleton“ mit der samstäglichen Beilage „Literatur und Kunst“. Ich lese lange und intensiv, lasse kaum einen Artikel aus und erfreue mich der unprätentiösen Sachlichkeit der NZZ, die ich andernorts meist vermisse. Nach dem zweiten Kaffee und der abschliessenden Lektüre des Sportteils mach ich mich schliesslich auf Richtung Mittagessen. Hierfür gibt’s auf dem Flagey an sich nur eine in Erwägung zu ziehende Option: Pommes – des frites. Es seien, so haben mir alle mir bekannten Belgier hier versichert, die besten Frites der Stadt und damit die besten Frites… der Welt. Schliesslich haben die Belgier diesen berühmten Kartoffelsnack erfunden und sind ganz offensichtlich und zu Recht stolz darauf. Die Besten der Besten – auch hierüber liess ich mich gehörig belehren - gibt’s wiederum beim Frittenstand gleich nahe des Teiches, vor dem immer eine Menge Leute warten (Bild). Dieser „Demirov Brüssels“ macht, so glaube ich, ein Bombengeschäft. Ich jedenfalls steh jeweils auch geduldig an und bestell mir ein Cornet des Frites mit Ketchup für 2 Euro 50. Es schmeckt. Alle paar Wochen findet nebstdem ein Flohmarkt in der Umgebung statt, über den ich sodann gemütlich schlendere und auf dem ich immerhin schon mein Nachttischlämpchen für einen Euro erwerben konnte. Am frühen Nachmittag schliesslich gehts nach Hause, wo Joan grad aufgestanden ist. Ich sitze sodann in unsrem Zimmer, sehe nach draussen und erfreue mich des freien Nachmittags und der Möglichkeiten, die da vor mir liegen. Ich mag den Samstag, ich mag dieses Ritual und ich mag dies kleine Fenster in die Schweiz und von da zurück in die Welt.

Freitag, 14. November 2008

EIn Hausmittel aus Hugentoblers Hausapotheke zur Überwindung akuter Herbstdepressionen: Türe schliessen, Vorhänge schliessen, Lautstärke aufdrehen, sich den aufmunternden Worten hingeben und ds fudi ordentlech schwinge.
Für Ehreverluste oder Verletzungen durch überschwängliches Tanzen wird keine Garantie übernommen.

Dienstag, 11. November 2008

Ich studiere...

...da mit ich im NZZ Folio vom Fach lesen kann und es verstehe, ohne die Erklärungen anzuschauen.

"Der Richter will erst rangieren, dann punktieren." - "So? Ja, dann. Das ist Denmaro. Wird im Jänner sechs Jahre alt." - "Hei! Was ist es?" - "Weiss nicht. Der Besitzer hofft auf eine 95." - "Der geht aber bald, oder?" - "Nüüüt! Der hat zwei Brüder in der KB und eine ganz starke Mutter." - "Da ist Zorro. Ist ein scharfer." - "Ja, wenn sie Rasse haben, hocken sie gerne auf. Ein toller OB-Stier." - "Halt etwas rauher als ein BS." - "Schöne trockene Sprunggelenke!" - "Mh. Trotzdem wohl nur eine 92." - "Die obere Linie ist nicht perfekt." - "Ja, der eine schaut mehr aufs Format, der andere aufs Fundament." - "Der Rokj. Ein hübsches Blüem." - "Mit diesem Wyssrugg würde ich aber nicht führen. Zu viele Winkel." - "Schau, Aurora hat schon wieder geputzt. Wie hoch das Euter nach der fünften Laktation noch steht! Tolle Braune." - "In Oberegg führen sie ja schon Rote und Schwarze auf den Schauplatz."
Einige Bilder einer kurzen Reise ins nahe Paris hier.

Samstag, 8. November 2008

Dialog im Brahmshof

A:"I cha aues mache woni wott!"
M:"Dir chöit aus mache, aber nid aus isch guet für öich!"
A:"I bi aber nid öich"
Im Hintergrund ertönt: Wir sind die Coolsten wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen.
M:"Wär o immer du bisch,"
A:"weme im Zimmer roukt, stinkts"
Die Musik hat gewechselt: I'm gonna be alright von der betörenden Jennifer Lopez erklingt.
M:"Es hei aui e angeri Nase. U teu verändere sech o"
A:"I kenne eine, dä het e chrumi Nase. Une angere, dä het e Nase, aber schmöckt nüt. Auergati Sache gits, aber i nimes easy."
Nun kommt If I was Santa Claus. M. will es unbedingt hören. Eine etwas melancholische Stimmung kommt auf, nach all den Partyknüllern.
M:"Darfi ds Fänschter zutue, es wird chaut."
A:"Weles Fänschter?"
M:"Das wo e Schibe het, aber me gseht nid use."
A:"Wär het e Schibe?"
M:"Indische Whyski isch guet."

Freitag, 7. November 2008

Nun, wieso eigentlich? (III)

Weshalb bleiben Tannen immer grün? / Darf man jetzt noch Tomaten kaufen? / Wieso gibt’s auf Französisch kein ‚Guten Morgen‘? / Bin ich erwachsen? / Wieso gibt’s in meinem Zimmer in Brüssel noch immer Mücken? / Welchen Zweck hat eine Mücke? / Soll ich einer Partei beitreten und die Politik aufmischen? / Sind die Menschen politische Wesen? / Wär ich gerne ein Amerikaner, heute? / Wenn alle Strassen gerade wären, wie würd ich mir dann eine Kurve vorstellen? / Mögen Tiere Musik? / Soll man sich gegen ein Bisschen Patriotismus wehren? / Sind Schweizer schlechte Liebhaber (dem belgischen Sprichwort zufolge)? / Wieso können die frankophonen Zeitgeister keine anständige Zeitung machen? / Möchtest du die Weltformel kennen? / Glaubst du an sie? / An was glaubst du eigentlich? / Gehört das Glück dazu? / Auch im globalen Massstab? / Sollte ich neuerlich UBS-Aktien kaufen (~17.30)? / Was ist dein Aktien-Geheimtip? / Ist Börsenhandel a priori unmoralisch? / Welches Buch soll ich als nächstes lesen? / Mit prozentual wie vielen Menschen würd ich weltweit gut auskommen? / Was ist das nächste Ziel? / Werd ich heute glücklich sein?

Zu wieviel Prozent bin ich ein Tier?



Ferdinand Gerhard beantwortet Fragen von Fischli und Weiss. In diesem Rahmen hat er sich vor längerer Zeit nach den berühmten Menschenaffen umgesehen.

Mittwoch, 5. November 2008

Dienstag, 4. November 2008


Ich lese (manchmal) diesen Blog:

(bitte Kommentare füllen)

Freitag, 31. Oktober 2008

Es klingelt wieder

Hallo ween. Heute ist Halloween, und ich dummerweise noch zu Hause. Tschüssween. All Scheiss Pott klingeln die Saugofen. Ich mache schon gar nicht mehr auf. Ich meine seit wann gibt es Halloween denn in der Schweiz? Ich war jedenfalls nie klingeln bei fremden Leuten. Und es hab auch keine speziellen Süssigkeiten im Supermarkt zu kaufen, um den Kindern die Zähne zu versiechen. Halloween ist nun wirklich ein Produkt des Kapitalismus; ein sehr erfolgreiches sogar. Aber völlig kulturlos (in unseren Breitengraden zumindest). Nun stellt sich dem kritischen Bürger eine Frage und dem Wirtschaftler eine zweite.
Welcher Brauch, der für mich scheint Kultur zu haben, wurde ebenfalls aus kapitalistischen Gründen eingeführt? Weihnachten wird einfach immer wie extremer(aber dem muss man sich ja genauso wenig aussetzen wie dem Halloween), hat jedoch grundsätzlich schon einen Hintergrund. Ja, die Schoggi Osterhasen und so, die sind wohl auch einmal eingeführt worden (aber die sind gut, im Gegensatz zu dem Halloween zeugs). Der Muttertag, den zelebriere ich sowieso nicht. Meine Mutter geburtstaget jeweils um den Muttertag herum, da erübrigt sich das. Ich erinnere mich, dass in Uruguay es noch den Tag des Kindes, des Freundes und des Grossvaters gibt; So, dass die in etwa pro Monat einen dieser Tage haben. Dies ist hier ja zum Glück noch nicht so weit.
Nun die Wirtschafter Frage: Welchen Brauch kann ich einführen, um reich zu werden? Beispielsweise könnten wir jeden 16.Oktober einfach 68 Milliarden auf dem Bundesplatz auf einen Haufen werfen und dann anzünden. Schiins nennt man dies Gewinngeschäft. Oder ebenfalls am 16,Oktober könnten wir in den Zeitungen schreiben die Erde sei eine Scheibe, der Klimawandel existiere nicht oder Basler Läckerli seien Rechtsextreme Kekse. Wobei, dieser Tag würde sich allwöchentlich am Donnerstag wiederholen. Lassen wir besser. Eigentlich scheint mir die beste Geschäftsidee jedoch, in die Politik einzusteigen, in der Schweiz eine Diktatur einzurichten und dann einen neuen Nationalfeiertag einzuführen, an dem nur Hugentobler Bier getrunken werden darf, nur Hugentobler Bratwürste gegessen werden dürfen und nur Feuerwerk der Firma Hugentobler gezündet werden darf. Das wäre dann der fünfte Juni. Danke.

Wunderland

Hören Sie doch hier das Pre-Listening von cee. Und dann macht es Sie gwunderig, und sie kommen am 14.November ans HKB Fest, und dann gefällt es Ihnen und Sie kaufen die CD von cee und cee dankt.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Angekommen im Herzen des neuen Europas

Brüssel ist seit nunmehr sieben Wochen mein neues und vorübergehendes Zuhause. Der parkähnliche Campus de la Plaine, wo sich mein bzw. unser Zimmer in der kleinen Studentensiedlung findet, hat sich im Laufe dieser Zeit seinem spätsommerlich-grünen Gewand entledigt und trägt nunmehr die roten, gelben und braunen Farben des Herbstes. Gerade an sonnigen Tagen sorgen die sanften, goldenen Sonnenstrahlen dieser Jahreszeit für eine wunderbare Atmosphäre. Ich lebe gerne hier. Nach und nach hab ich während diesen ersten Wochen auch verschiedene Teile der Stadt etwas besser kennenlernen dürfen. Brüssel ist eine vielseitige, spannende und lebhafte Stadt, die trotz ihrer mangelnden ästhetischen Glanzpunkte einen speziellen Charme ausstrahlt, eine gewisse Gelassenheit auch, einen freudigen Optimismus, die einen wunderbaren Kontrast zum häufig etwas bedrückenden Wetter bilden. Während meiner Zeit hier möchte ich nun versuchen, einige mir wichtige Aspekte dieses Ortes und seiner Menschen herauszupicken und näher zu beschreiben und so auch ein kurzes Abbild meiner Begegnungen und Erlebnisse, meines Brüsseler Alltags zu entwerfen.

Bruxelles I – Die ULB

Die Universität als prioritärer Beweggrund meiner Reise nach Brüssel sowie gleichsam auch als Mittelpunkt meines Aufenthalts steht am Anfang meiner Beschreibung dieser Stadt.

„Sweet student life“, bemerke ich jeweils gegenüber meinem spanischen Zimmergenossen Joan, wenn dieser an einem Mittwochmorgen wieder einmal gegen Mittag aufsteht. Die Tatsache jedoch, dass auch ich um diese Zeit noch Zuhause verweile, zeigt auf, wie sehr diese Beschreibung ebenso auf meinen bisherigen Studentenalltag in Brüssel zutrifft. Die akademische Uhr scheint hier etwas langsamer als in der Schweiz zu ticken, die Uni-Zeit scheint mehr Lebensphase als Talentschmiede und Karrieresprungbrett zu sein, die Ansprüche sind etwas tiefer.

Dieser Gang der Dinge klingt zwar verlockend und vermochte auch mich in den ersten Wochen zu begeistern, birgt jedoch durchaus auch gewisse Gefahren und vermag meinen Lernhunger – meinem gemütlich-müssigen Naturell zum Trotz – kaum einmal zu sättigen.

Überrascht wurde ich auch von der lebhaften, freien und ausgelassenen Atmosphäre auf dem Campus du Solbosch, meinem universitären Zuhause. Hier ist Leben, Gelassenheit, es wird gefeiert, getrunken; nicht viel erinnert auf den ersten Blick an das Wissen und die Vorgänge hinter den Mauern der meist rennovationsbedürftigen Gebäude. Dem gewohnt seriösen und sachlichen Anstrich der Schweizer Universitäten tritt hier ein eigentlich recht roher Drang nach Leben, nach einem letzten Auskosten der jugendlichen Freiheit entgegen. Die studentischen Verbindungen, die sich hier noch immer einem ungleich höheren Zuspruch erfreuen als in der Schweiz, sind die beispielhaftesten Vertreter dieser speziellen, unterhaltsamen aber teilweise auch recht ermüdenden und fragwürdigen Geschehnisse und Aktivitäten der (vorwiegend jüngeren) Studenten.

Die Université Libre de Bruxelles unterrichtet 20 000 Studenten und hat 5000 Angestellte. Sie verfügt über drei Standorte innerhalb der Stadt und liegt im Shanghai Ranking 2007, das die Forschungsarbeit der grösseren Lehranstalten weltweit vergleicht, gleichauf mit der Uni Genf auf einem Platz zwischen 100 – 150. Die interessante Geschichte der Lehranstalt ist gleichsam eng mit jener Belgiens verbunden und erzählt so unter anderem von der konfliktiven Aufspaltung der vormals zweisprachigen Universität in autonome flämische und frankophone Teile.

Von der klösterlichen Atmosphäre des Uni Zürich-Zentrums reichlich verwöhnt, wunderte ich mich anfangs über den fast durchwegs schlechten Zustand der universitären Infrastruktur. In einer ehemaligen Fabrik eingerichtet hinterlässt der gesamte Campus du Solbosch einen etwas anrüchigen Eindruck, zudem gehören technische Pannen (Mikrofon, Beamer, nicht-funktionierende Heizungen) auch während der Vorlesungen scheinbar zum etwas chaotischen Unialltag. Nichts desto trotz trägt gerade auch dieses verruchte, scheinbar un-universitäre Umfeld zur lebhaften, alternativ-freudigen Atmosphäre auf dem Campus bei – was durchaus sein Gutes hat.

Dem Anstrich und Gewand nach ist also vieles anders hier. Im Herzen sind sich letztlich wohl aber alle Universitäten ähnlich. Während ich mich noch heute fast täglich über die hiesige Lernmethodik ärgere (dazu an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt mehr) und in vielen administrativen Umwegen viel Unsinniges erkenne, bin ich doch gleichermassen begeistert von den Möglichkeiten, die einem dieses Bildungsinstitut aufzuzeigen vermag, von der akademischen Tiefe und Sorgfältigkeit, mit denen ein Problem angegangen wird, von den vielen gescheiten Lehrenden und Forschenden, die auf der Suche nach einem nächsten und übernächsten Schritt nach Vorne ihr Leben der Wissenschaft widmen. Als Bachelor-Student bleiben einem nichts desto trotz viele verheissungsvolle Türen verschlossen, da einem der Zugang zu sämtlichen Masterkursen verwehrt bleibt. Dies ist für mich gerade deshalb recht enttäuschend, weil das belgische Bachelor-System dem schweizerischen bezüglich sachlicher Tiefe und intellektueller Anforderung um drei, vier Meter hinterherhinkt. Die interessantesten Kurse des Europainstituts und des Entwicklungspolitik-Masters finden für mich so hinter verschlossenen Türen statt.

Soweit meine ersten Eindrücke dieser belgischen, universitären Welt. Bleibt zum Schluss nur zu vermerken, dass diese leichte Enttäuschung über Qualität und Niveau der Kurse ein durchaus schweizerisches Phänomen zu sein scheinen. Während sich die grosse Mehrheit der Erasmus-Studierenden sehr zufrieden zeigt, haben mir zwei Mitstudenten ähnliche Zweifel kundgetan – zwei Schweizer… Die Moral dieser Erkenntnis? Der Denkplatz Schweiz (siehe heutige NZZ) scheint kein schlechtes Zuhause zu sein.

Samstag, 25. Oktober 2008

Rockin' Agros Noce

DJ Hugentobler Andi wurde am Mittwoch Morgen früh kurzfristig für die Agros Noce am darauffolgenden Abend aufgeboten. Etwas skeptisch , hatte er sich doch vorgenommen nie mehr im Stuz die Leute das Tanzen zu lernen, sagte er zu. Um Mitternacht ging es los,genauer gesagt u 00:12 (wie der Playlist zu entnehmen ist). "We dir ready für di party sit, säget hüt stürz i ab; Hüt stürz i ab! We dir morn müesst früech uftsah, säget hüt isches egau; hüt ischs egau!" erschallte durch den Stuz.
Es isch super gsi! Ich hatte Spass ohne meine Musikehre zu verkaufen(Zu vorgerückter Stunde wurde mir mein Tun folgendermassen kommentiert: " I think you are the first time DJ in a Club, and I think you play music only for yourself!" Das stimmt zwar nur zur Hälfte, aber zur Hälfte stimmt es. Was sollte ich auch anderes tun? Für eine Zicke wie sie Musik machen? Übrigens ging sie dann wieder auf die Tanzfläche; Zum Weitertanzen.) Die ganzen Romands, die andauernd, aber wirklich andauernd französische Musik wünschen kamen, konnte ich mit meinen schlechten Französisch Kenntnissen und dem einen Lied von Oganga (Danke!) ebenfalls gut bewältigen. Moral der Geschichte, wenn sie einen DJ brauchen, rufen sie ruhig Andi assozial an.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Bist du ein Michi?


Bitte zuerst diesen Artikel lesen.

Ist ja ein ganz toller Kerl, der Klaus. Stilpolizist, Psychoanalytiker und "Früher als die Sprache noch nicht verhunzt wurde und alles besser war"-Typ. (Ich werde mich jetzt besser nicht zu weit zum Fenster hinauslehnen, sonst gibts noch einen oben drauf; Ich bin eigentlich auch nicht sicher, ob der olle Klaus irgendetwas pseudo hochstehendes zusammengebrummelt hat, oder ob da was dahintersteckt. Wenn man seinen Blog so liest, kann der Mann schon einigermassen schreiben. Und trotzdem erscheint es mir recht erbärmlich, auf diese Weise einen Text zu zerreissen. Und dann erst noch einen Text von irgendjemandem aus dem Internet. (Noch fast erbärmlicher finde ich den wortreichen Michael Staub, der also unseren Blog gelesen hat, und alsbald dem ollen Klaus einen Tipp gegeben hat. Mein Tipp an Michi, das mit dem Fotografieren vielleicht sein lassen, auch wenn es saugut tönen mag zu sagen: "Ach, ich kann mich nicht entscheiden welches meiner vielen künstlerischen Talenten ich nun ausleben soll"). Jedenfalls kann der Text so schlecht nicht gewesen sein; sonst würde man sich nicht so sehr damit beschäftigen (so viel zu meinen psychoanalytischen Fähigkeiten). Vielleicht könnten wir jetzt da eine kleine Schlammschlacht anzetteln?). Also das war jetzt alles in der Klammer und was ich eigentlich sagen wollte, ist dass ich von der Marketing Abteilung sehr zufrieden bin mit Herrn Oganga. Der Stilleben Eintrag hat uns doch einige Besucher beschert und man muss sich mal überlegen, dass der andere Michi auch irgendwie auf unseren Blog gestossen ist. Ich halte es dabei mit dem Herr Bundesratpräsident: "Wieso sollte man pumpen?" DJ Fett macht fette Musik und das Gegenteil ist genauso falsch.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Umfrage: Der Dachs'sche US-Präsident ist gekürt.

Kürzlich, als ich erneut morgens um 3 Uhr für die letzte Präsidentschaftsdebatte aufgestanden bin, hab ich mir die Frage gestellt, ob Obama denn ein Vorbild für mich (und uns) sein kann und soll. Seine Geschichte, seine brillante Rhetorik und sein ruhiges, authentisches und intelligentes Auftreten beeindrucken weltweit. Beeindruckend jedoch gleichermassen der offensichtliche, bei näherer Betrachtung scheinbar unumgängliche Opportunismus der Kandidaten, die Schönrederei, die an Rockkonzerte erinnernde Aufmachung ihrer Reden, geprägt vom Egozentrismus und dem stetigen Drang nach Macht und Selbstdarstellung.
Nun aber zu unserer Dachs-eigenen Umfrage, die ihnen mit den zahlreichen Gegenvorschlägen einen Ausweg aus der einengenden Situation eines Obama-McCain-Duopols aufzuzeigen versuchte.
Demnach dürfte Dutti der Riese laut unserer Leserschaft anfang 2009 das höchste (politische) Amt der Welt einnehmen. Dutti vermochte bei der Umfrage einen Viertel aller Wähler, was der beachtlichen Anzahl von 7 Stimmen entspricht, für sich zu gewinnen. Mit je 14% der Stimmen belegen Ronja die Räubertochter und Ich den zweiten Rang. Etwas Verwirrung stiftete hierbei das beachtliche Selbstvertrauen der vier Leser, die sich gerne selbst als US-Präsidenten sehen würden. Diese sind denn auch aufgerufen, in den Kommentaren kurz ihre Lösungsvorschläge für den Iran, den Irak, Afghanistan, Israel, die amerikanische Gesundheitsversorgung sowie betreffend der globalen Finanzkriese zu präsentieren. Auf den weiteren Plätzen der Präsidentschaftselektion finden sich mit je 10 % Paul Collier und der begnadete Weltwoche-Chef Roger Köppel. Samschtigs-Jass-Moderations-Legende Monika Fasnacht sowie Käthy Sutter erreichten immerhin noch 7% der Stimmen. Etwas enttäuscht zeigte sich das Unddachs-Team demgegenüber über den Nuller von Marlene Röthlisberger, die als unsere Vertretung in den Wahlkampf gestiegen ist.

In the Wolf

ElGozze is back. Vergnügen Sie sich mit dieser Rotkäppchenparodie des bescheidenen Beethoven.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Nach viertägigem Besuch sind Nils und Brächi heute Mittag Richtung Schweiz abgereist. Hier einige Eindrücke dieses vergangenen Wochenendes.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Nachtrag: Umfragenauswertungen

Gratuliere, es ist tatsächlich .ch die Gratiszeitung, die als erste Konkurs gehen wird. Lesen Sie zum ersten Schritt dieses Prozesses mehr hier.

Und YB hat die besten Fans. Das ist korrekt, wobei der Auswärtsmob von GC tatsächlich nicht zu unterschätzen ist.

NMS

Als Frischling in dieser Ausbildung bin ich natürlich noch voller Spannung, was mich in den verschiedensten Modulen tagtäglich neues erwartet. Die Zeit des Unischwänzens und Rumgammelns soll nun endgültig vorbei sein. Die PH weckt neue Kräfte. Da soll mir noch mal einer sagen, dass einem hier hören und sehen vergeht, die Leher von heute nichts mehr taugen, und alle, die nicht wissen was sie wollen zuerst an der PH Zuflucht finden um später regelrecht vor die zu Hunde gehen. Alles Kautzenmist. Meine NMS(neue mädchenschule auch für jungs), hier wird dein Mädchenauge aufs Schärfste geschult, dein Gemüt erschüttert und dies mit spielerisch leichten Methoden, die man problemlos zu Hause wiederholen kann. Sei es das Herstellen und Darstellen von Geräuschen mit oder ohne Zeitung, Improvisationstheater, Rythmus- und Schreiübungen (sehr zu empfehlen für Leute, die eher Mühe haben, aus sich herauszukommen ich zitiere), dann natürlich Schreib sowie Leseübungen von/über all die klugen Männer mit ihren pädagogisch, psychologisch und soziologisch sehr ausgereiften Ansätzen, die aber gleichzeitig ihre Kinder im Heim vermodern liessen), sonstige Verrenkungen, analytische Soziologie mit Betonung auf rein analytisch, Kreise malen, die nicht rund sein dürfen, pädagogische Sitzungen, bei denen man steht, bis hin zu den Psychologievorlesungen, die sich auch ohne Ritalin erstaunlich gut aushalten lassen. Es ist super an der NMS. Familiäre Umgangsformen, sofortiges Bemerken, wenn jemand fehlt, man grüsst sich, tauscht sich aus, hilft einander. All das und noch viel mehr in einen Topf, ordentlich gewürzt und paarmal gut gerührt ergibt die Lehrpersonen von morgen. Wollen sie harmlose Harmonisierung ohne Strategie, Fortschritt, Ermutigung, Unterstützung und spielerisches Lernen nach eigenen Regeln für ihre Nachkommen, soll die Individualität ihres kindes anstatt zu verkümmern gefördert werden? dann schicken Sie es unbesorgt zu mir.

Montag, 6. Oktober 2008

Chez Fabian

Liebe Leserinnen und Leser,
Bestimmt haben Sie es bemerkt: Der Sommer ist vorbei. Der Herbst auch schon beinahe. Und Weihnachten ist noch weit weg. Ihre erste Winterdepression klopft schon an der Tür? Ja?
Dann ist das heutige Angebot genau das Richtige für Sie! Wie Sie wissen, ist das unddachs-Team exklusiv für Sie immer wieder rund um den Globus unterwegs, um stets mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können, wenn Sie brennende Fragen haben, wie folgender Leser: "Liebes unddachs-Team, ich fühle mich ausgelaugt und würde gerne spontan einige Tage verreisen. Können Sie mir sagen, welches die Trend-Metropole dieses Herbstes ist und wie ich ein hippes Hostel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis finde? Liebe Grüsse und weiter so. Sämi Schmid"
Selbstverständlich können wir das! Nach stundenlangen Analysen und Rechnereien spuckte unser brandneuer unddachs-mega-trend-analyze-turbo4000 das eindeutige Resultat aus: Trend-City-Herbst-08 ist: BRÜSSEL/BRUXELLES. (Burgdorf liegt mit 247 Punkten Abstand auf Rang 3.) Das Resultat wesentlich bestimmt haben vor allem folgende Kriterien: 1. Das Jahr des Pommes-Frites im astrologischen Kalender Tadschikistans. 2. Das 50 jährige Jubiläum der Schlümpfe.
Wie Sie wissen, liebe Leserinnen und Leser, sind wir den Modeströmungen für Sie immer eine Dachsennase voraus. Daher hat sich nun, wo der Brüssel-Trend offiziell ist, schon längst der unddachs-Genosse Oganga in der Trend-City niedergelassen und vor einigen Tagen die hippe Pension "Chez Fabian y Juan" eröffnet. Ich war vier Tage vor Ort, um für Sie die Qualität des Angebots zu prüfen. Das Resultat kann sich sehen lassen:

-Gastronomie: * * * ° °
(Halbpension, Frühstück: Kaffee, Cornflakes, Abendessen: Spezialität des Hauses --> Quick-China-Noodle-Soup, Rotwein, Bier )
-Schlafkomfort: * * * * *
(Nachhaltige Festigung der Wirbelsäule garantiert)
-Ausgang: * * * * *
(Get the Erasmus-Feeling! Die Erasmusstudenten lassen täglich und nächtlich zu fetten Beats die Fetzen fliegen und die Hüllen fallen)
-Gastfreundlichkeit: * * * * °
(Hausherr Oganga kümmert sich aufmerksam um seine Gäste und eignet sich auch als City-Guide. Lassen Sie jedoch die Finger von den Pantoffeln des Don Juans!)
Der hippe Geheimtipp: Lassen Sie sich von Ogangas osteuropäischen Hairstylist für nur 8 Euro den trendigen Monk-Cut verpassen.


Herr Oganga hofft, auch Sie bald begrüssen zu dürfen. Reservierungen auf dieser Seite möglich.

Dimitri steht am Strand und blickt auf den Ozean. Ruhig und grünlich blau breitet sich dieser grosse Urteppich vor ihm aus, spielt die Musik der Wellen, vom Moment, wo Meer auf Land trifft. Die Sonne senkt sich, es wird Abend und kühler, Venus kündigt bereits die Nacht an. Das goldene, sanfte, harmonische Herbstlicht verwandelt das Wasser in ein Heer glitzerner Tänzerinnen, das Dimitri als Abbild der Welt erscheint, als ewiglich sich verändernde Grundsubstanz, in Form und Farbe in jedem Augenblick neu erfunden und einzigartig, vergänglich jedoch – und vielleicht deshalb umso schöner, berührender. Dimitri mag das Meer, diese Unendlichkeit an Wasser, die ihm Respekt, Angst und Freude zugleich bereitet, ihm stets aufs Neue Demut und Bescheidenheit lehrt, und ihm eine Ahnung von realer Schönheit schenkt.
Er denkt zurück an seine ersten Ferien am Strand, an die grossen Sandburgen und tiefen Badewannen, die er gebaut hatte, an Begegnungen mit Fischen und Fischern, Quallen, Kindern, Erwachsenen, mit fürchterlichen Sonnenbränden, an die Freude an einer kalten Glace, an Erlebnisse und Entdeckungen mit der Taucherbrille. Und er denkt an seinen frühen Kindheitstraum, den Traum einer eigenen Insel, nicht weit zwar vom Festland, doch aber losgelöst von der grossen Welt, verbunden nur durch ein Ruderboot. Schafe hatte er sich gewünscht auf dieser Insel, und ein kleines Haus mit einem runden Turm, unter dem Dach sein Schlafzimmer mit Rundumsicht. Ein Garten auch, sowie eine Veranda am andern Ende der Insel, gleich über den herabfallenden Klippen, genauso wie der Bug eines Schiffes.
Das Meer hat sich mittlerweile zurückgezogen, sodass Dimitri weitergeht, hinaus, dahin, wo vorher noch Meer gewesen ist, und wieder Meer sein wird. Der Wind bläst ihm durchs Haar, es ist merklich kühler geworden. Zwei, drei grosse Schiffe kreuzen den Horizont, lautlos und langsam ziehen sie hinaus in den Ozean, bis sie schliesslich in der Dunkelheit verschwinden.
Dimitri ist älter geworden, seine Träume haben sich gewandelt, weiterentwickelt und verändert. Doch sie sind nicht verschwunden. Er zieht seine Schuhe an, ist müde und sehnt sich nach der wohligen Wärme seines Bettes. Das schwache Mondlicht deutet Dimitri den Weg zurück, hinauf zur Strasse, die ihn nach Hause führt, dahin, wo er seine Zelte aufgeschlagen hat.

Samstag, 4. Oktober 2008

NBU

Monat für Monat bezahle ich 0,6600% meines schwer erarbeiteten, oder eher erschufteten, Lohnes für Nichtberufsunfall. Ich wurde aufgeklärt, dass dies eine Versicherung ist. Jedenfalls hat mich letzten Monat sage und schreibe 8.85 Sfr. gekostet. Nun, als homo economicus und als Student der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft achtet man auf sein Geld und führt kontinuierlich Kosten-Nutzen Analysen durch. Man will ja kein Geld zum Fenster use schiessen. Es galt also, die Kostenstelle Nichtberufsunfall, die 0,6600%, zu meinem Vorteil umzumünzen. Es stellt sich heraus, dass ein Sportunfall optimal wäre. Am einfachsten erschien es, mit den rüpelhaften Unistudenten Fussball zu spielen und sich die Bänder zu vercheiben. Der Gedanke, dass die kaputten Bänder hohe Opportunitätskosten zur Folge haben, kam mir leider erst auf der Spitalliege.